Checkliste für den Website-Relaunch Ihrer Firmenwebsite
Bei einem Relaunch gilt es, die neue Website aufzuschalten, ohne dass alte Adressen, wichtige Inhalte oder Formulare verloren gehen. Diese Checkliste führt Sie durch Bestandsaufnahme, Inhalte, Weiterleitungen, Google-Einstellungen und den Tag der Aufschaltung.
Warum ein Relaunch mehr ist als ein neues Design
Eine Website, die seit Jahren online ist, hat Adressen, unter denen sie bei Google erscheint, Links von anderen Seiten, Formulare mit Anfragen und Mailadressen auf der eigenen Domain. Wird sie ersetzt, ohne dass jemand daran denkt, reissen diese Verbindungen ab. Besucher landen auf Fehlerseiten, und Google muss die neue Seite neu einordnen.
Ein Relaunch ist sinnvoll, wenn sich der Betrieb verändert hat, etwa durch eine Übernahme, neue Leistungen oder einen neuen Namen, wenn die Seite auf dem Handy kaum benutzbar ist oder wenn niemand mehr Änderungen vornehmen kann. Frische Farben allein sind selten ein Grund, die Adressen und Inhalte einer funktionierenden Seite aufs Spiel zu setzen.
Selbst bei sauberer Arbeit kann sich die Platzierung nach einem Relaunch verändern. Zusagen dazu wären unseriös. Ziel der Checkliste ist, das Risiko klein zu halten. Wenn Sie den ganzen Weg von der Idee bis zur Aufschaltung sehen möchten, lesen Sie Website erstellen lassen.
Vor dem Umbau: die Bestandsaufnahme
- Alle bestehenden Seiten in einer Liste erfassen, mit Adresse und Titel. Bei kleinen Websites geht das von Hand, sonst helfen die Sitemap oder die Google Search Console.
- Notieren, welche Seiten Besucher bringen (Statistik oder Search Console).
- Notieren, wo Ihre Webadresse ausserhalb der Website steht: Google-Unternehmensprofil, Verzeichnisse, Social-Media-Profile, Mailsignaturen, Visitenkarten, Fahrzeugbeschriftung, QR-Codes, Anzeigen.
- Formulare, Buchungen und Newsletter-Anmeldungen erfassen und festhalten, wohin die Nachrichten gehen.
- Eingebundene Zusatzdienste festhalten, etwa Statistik, Karte oder Chat.
- Zugänge klären: Domain, Hosting, E-Mail, Statistik, Search Console. Wer hat sie?
- Dateien erfassen, auf die verlinkt wird, etwa PDF-Prospekte oder Formulare zum Herunterladen. Auch sie haben Adressen.
- Eine Sicherung der alten Website anlegen, bevor etwas geändert wird.
Inhalte und Weiterleitungen
Gehen Sie die alten Seiten einzeln durch und entscheiden Sie: behalten, überarbeiten, zusammenlegen oder streichen. Prüfen Sie Öffnungszeiten, Team, Telefonnummer, Adresse, Leistungen und Referenzen auf Aktualität. Seiten, die viele Besucher bringen, behalten ihre Kernaussagen, ändern Sie dort nicht ohne Grund alles. Bei Bildern gilt: Rechte klären und Alternativtexte setzen. Passen Sie Impressum und Datenschutzerklärung an, wenn sich Dienste wie Statistik, Karte oder Formular ändern. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Dann folgen die Weiterleitungen, das Herzstück jedes Relaunchs:
- Behalten Sie Adressen, wo immer es sinnvoll ist. Was gleich bleibt, muss nicht weitergeleitet werden.
- Wo sich Adressen ändern, legen Sie eine Liste an mit alter und neuer Adresse.
- Verwenden Sie dauerhafte Weiterleitungen (Code 301) und leiten Sie jede alte Seite auf die passende neue weiter. Alles pauschal auf die Startseite zu schicken, behandelt Google häufig wie eine Fehlerseite.
- Leiten Sie direkt weiter, ohne Zwischenstationen.
- Für Seiten, die entfallen, wählen Sie die thematisch nächste Seite oder zeigen eine freundliche Fehlerseite mit Hinweisen.
- Bei einem Wechsel der Domain melden Sie die Adressänderung zusätzlich in der Search Console. Hilfe bietet das Hilfe-Angebot zur Search Console.
Google, Technik und Formulare
- Während der Entwicklung darf die Testversion nicht bei Google auftauchen, sie ist mit Passwort oder Suchsperre (noindex) geschützt. Am Tag der Aufschaltung muss dieser Schutz weg. Eine vergessene Sperre ist ein klassischer Fehler.
- Neue Sitemap in der Search Console einreichen und die robots.txt prüfen.
- Titel, Beschreibung und Hauptüberschrift der wichtigen Seiten kontrollieren.
- Webadresse im Google-Unternehmensprofil aktualisieren, siehe Google-Unternehmensprofil einrichten.
Technik
- Verschlüsselte Verbindung (https), Darstellung auf dem Handy und Ladezeit prüfen.
- Interne Links, Telefonlinks und Mailadressen anklicken.
- Statistik wieder einbauen, damit die Besucherzahlen nicht abreissen.
Formulare und E-Mail
- Jedes Formular mit einer echten Testnachricht absenden. Kommt sie an der richtigen Adresse an, auch im Spam-Ordner? Mehr dazu im Beitrag Kontaktformular optimieren.
- Reservation, Buchung und Newsletter einmal durchspielen.
- Die E-Mail-Einstellungen der Domain nicht verändern, ohne zu wissen, wer sie verwaltet. Beim Wechsel des Hostings können Mails sonst verloren gehen.
Der Ablauf am Tag der Aufschaltung
- Alte Website sichern.
- Neue Website zu einer ruhigen Zeit freischalten, nicht am Freitagabend.
- Weiterleitungen aktivieren und Stichproben testen. Führen alte Adressen auf die richtige Seite?
- Formulare und Telefonlinks testen.
- Suchsperre oder Passwortschutz entfernen.
- Sitemap einreichen.
- Google-Unternehmensprofil, Verzeichnisse und Signaturen anpassen.
- In den ersten Wochen die Search Console beobachten und fehlende Weiterleitungen nachtragen.
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Wer vorher wissen möchte, wie die heutige Seite dasteht, nutzt den kostenlosen Website-Check. Weitere Beiträge finden Sie in der Ratgeber-Übersicht.
Häufige Fragen
Verliere ich bei einem Relaunch meine Platzierung bei Google?
Nicht zwingend, ausschliessen kann es aber niemand. Das Risiko sinkt, wenn Adressen erhalten bleiben oder sauber weitergeleitet werden, wichtige Inhalte bestehen bleiben und die technischen Punkte oben abgehakt sind. Rechnen Sie in den ersten Wochen mit Schwankungen.
Soll ich die Domain wechseln?
Nur mit gutem Grund, etwa bei einem neuen Firmennamen. Eine bestehende Domain mit ihren Verlinkungen ist ein Wert für sich. Bei einem Wechsel braucht es Weiterleitungen und die Adressänderung in der Search Console.
Wie lange müssen die Weiterleitungen bleiben?
So lange wie möglich. Sie verursachen kaum Aufwand, und alte Adressen stehen in Verzeichnissen, auf Visitenkarten und in Links anderer Seiten weiter.
Was, wenn ich keinen Zugang mehr zur alten Website habe?
Klären Sie zuerst, wo die Domain registriert ist und wer das Hosting betreibt. Ohne diese Zugänge kann niemand Weiterleitungen einrichten. Wie Sie eine Domain auf Ihren Namen führen und Zugangsdaten sichern, steht im Beitrag Domain registrieren in der Schweiz.