Wie gut sind die Websites von KMU in der Deutschschweiz? Stand November 2026
Die Grundlagen stimmen meist: 99 % der geprüften Startseiten laden verschlüsselt und 97 % sind für das Handy eingerichtet. Bei Kurzbeschreibung, Telefonnummer, Firmendaten und Datenschutz zeigt sich dagegen viel Luft nach oben.
Die wichtigsten Ergebnisse
Wir haben am 4. November 2026 die Startseiten von 400 zufällig gezogenen KMU-Websites aus der Deutschschweiz automatisch geprüft. 392 davon liessen sich auswerten.
- Nur 7 % erfüllen alle zehn Grundpunkte unserer Prüfung, von HTTPS bis zu den strukturierten Firmendaten.
- 48 % haben eine Kurzbeschreibung für Suchmaschinen in üblicher Länge, bei den übrigen fehlt sie oder ist deutlich zu kurz oder zu lang.
- 46 % hinterlegen die Telefonnummer antippbar, auf dem Handy also mit einem Tippen anrufbar.
- 36 % liefern strukturierte Firmendaten (JSON-LD) mit, die Suchmaschinen und KI-Antworten Adresse und Angebot zuverlässig lesen lassen.
- 17 % binden Dienste wie Google Analytics oder das Meta Pixel ein, ohne dass im Quelltext ein Einwilligungswerkzeug erkennbar ist. Das sind 42 % der Seiten mit Diensten, die üblicherweise Cookies setzen.
So sind wir vorgegangen
Grundgesamtheit: 138'312 Website-Adressen von aktiven Firmen aus den 19 deutschsprachigen Kantonen. Sie stammen aus unserem Firmenverzeichnis, das auf den öffentlichen Daten des Handelsregisters (Zefix) beruht. Aufgenommen sind nur Adressen, die sich eindeutig einer einzelnen Firma zuordnen lassen und deren Website deutschsprachig ist. Vereine, Stiftungen, Genossenschaften, Zweigniederlassungen ausländischer Gesellschaften und, soweit bekannt, Betriebe ab 250 Mitarbeitenden sind ausgeschlossen.
Stichprobe: 400 Adressen, nach Kanton geschichtet. Jeder Kanton ist so stark vertreten wie in der Grundgesamtheit, also zum Beispiel Zürich mit 105, Bern mit 56 und Luzern mit 29 Websites. Innerhalb jedes Kantons hat der Zufall gezogen.
Prüfung: Ein Programm hat am Abend des 4. November 2026 je Website die Startseite abgerufen, höchstens sechs gleichzeitig und mit einem Zeitlimit von 10 Sekunden je Abruf. Gelesen wurde das ausgelieferte HTML, so wie es ein Suchmaschinen-Robot zuerst sieht. 5 Websites wiesen den automatischen Abruf ab, 3 waren nicht erreichbar. Diese 8 zählen wir nicht als schlecht, sondern als nicht geprüft.
Nicht geprüft: Unterseiten, Texte und Gestaltung, Ladezeit im Sinne der Kernwerte von Google, Barrierefreiheit, Platzierung bei Google und die rechtliche Richtigkeit von Impressum oder Datenschutzerklärung.
Die Ergebnisse je Prüfpunkt
Die Prozentzahlen beziehen sich auf die Websites, bei denen der Punkt sicher prüfbar war. Bei 400 Websites liegt die statistische Unsicherheit bei höchstens rund plus/minus 5 Prozentpunkten. Plausible und Matomo, die ohne Cookies laufen können, zählen wir beim Einwilligungswerkzeug nicht mit.
Technik und Handy. 99 % laden über HTTPS. 93 % leiten die Adresse ohne https auf die sichere Fassung um. 97 % geben dem Handy die Angabe mit, dass sich die Seite der Bildschirmbreite anpasst. Hier haben die meisten Betriebe ihre Hausaufgaben gemacht.
Seitentitel. 76 % haben einen Titel in üblicher Länge von 15 bis 65 Zeichen. Der Titel ist die Überschrift im Google-Ergebnis. Fehlt er oder steht dort nur «Home», verschenkt die Firma den ersten Eindruck.
Kurzbeschreibung. Nur 48 % haben eine Beschreibung mit 50 bis 170 Zeichen. Fehlt sie, wählt Google selbst einen Textausschnitt.
Hauptüberschrift. 53 % haben genau eine Hauptüberschrift (h1). Die anderen haben keine oder mehrere. Für Besucher ist das kaum sichtbar, für Suchmaschinen ist die h1 aber ein klarer Hinweis, worum es auf der Seite geht.
Impressum und Datenschutz. 72 % verlinken auf der Startseite ein Impressum, 75 % eine Datenschutzerklärung. Wo das Wort zwar vorkommt, ein Link im HTML aber fehlt, haben wir nicht mitgezählt, weil der Link per JavaScript eingeblendet sein kann. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Was Ihr Impressum enthalten sollte, lesen Sie im Beitrag Impressumspflicht in der Schweiz.
Antippbare Telefonnummer. 46 %. Gerade Handwerk, Praxen und Gastronomie leben von Anrufen. Eine Nummer, die man auf dem Handy abtippen muss, kostet Anfragen.
Strukturierte Firmendaten. 36 % liefern Name, Adresse oder Branche in maschinenlesbarer Form mit. Diese Angaben helfen Google und KI-Assistenten, die Firma richtig einzuordnen. Mehr dazu im Beitrag Sichtbar in KI-Suchen.
Analyse- und Werbedienste. 42 % der Startseiten binden mindestens einen solchen Dienst ein, am häufigsten Google Analytics (114 Websites), den Google Tag Manager (55) und das Meta Pixel (19). Bei 17 % aller Websites fanden wir zu einem Dienst, der üblicherweise Cookies setzt, kein Einwilligungswerkzeug im Quelltext, also keinen Cookie-Banner und keine blockierten Skripte. Das ist kein Urteil über die einzelne Website: Ein Banner kann auch nachgeladen werden. Es lohnt sich aber, die eigene Seite zu prüfen. Hintergrund im Beitrag Cookie-Banner in der Schweiz.
Jahreszahl in der Fusszeile. 47 % zeigen eine Copyright-Jahreszahl. Bei 23 % davon ist das jüngste Jahr 2023 oder älter, das sind 11 % aller Websites. Besucher lesen daraus schnell, die Seite werde nicht mehr gepflegt.
Antwortzeit. Der Median lag bei 0,5 Sekunden bis zur Antwort des Servers. Bei 8 % dauerte es länger als 2 Sekunden. Das ist eine einzelne Messung von einem Standort aus und keine Ladezeit-Analyse.
Nach Region und Branche. Zwischen Zürich, Zentralschweiz, Ostschweiz, Nordwestschweiz und Espace Mittelland zeigen sich keine Unterschiede, die über die Messunsicherheit hinausgehen. Dasselbe gilt für die grob aus dem Handelsregister-Zweck gebildeten Branchengruppen. Ein Muster ist trotzdem sichtbar: Im Bau und Handwerk war die Telefonnummer häufiger antippbar (53 %) als bei Treuhand, Beratung und Immobilien (37 %), beim Link zur Datenschutzerklärung war es umgekehrt (67 % gegenüber 80 %). Mit rund 100 Websites je Gruppe ist das ein Hinweis, kein Beweis.
Was KMU daraus tun können
Die meisten Punkte lassen sich in einem Nachmittag prüfen. Öffnen Sie dazu Ihre Startseite auf Handy und Laptop:
- Google-Ergebnis ansehen: Steht dort ein Titel mit Leistung und Ort und eine Beschreibung, die Sie selbst geschrieben haben?
- Auf dem Handy auf die Telefonnummer tippen: Öffnet sich die Wählfunktion?
- Fusszeile prüfen: Links zu Impressum und Datenschutzerklärung vorhanden, Jahreszahl aktuell?
- Liste der eingebundenen Dienste von Ihrer Webagentur oder Ihrem Baukasten geben lassen und mit der Datenschutzerklärung vergleichen.
- Fragen, ob strukturierte Firmendaten (LocalBusiness) hinterlegt sind, mit denselben Angaben wie im Google-Unternehmensprofil.
- Genau eine Hauptüberschrift, die sagt, was Sie wo anbieten.
Eine ausführlichere Liste finden Sie im Beitrag Website prüfen mit einer Checkliste.
Grenzen der Studie
Die Studie misst, was ein Programm auf der Startseite erkennen kann, nicht die Qualität eines Betriebs. Seiten, die ihren Inhalt erst per JavaScript aufbauen, können Punkte haben, die wir nicht sehen. Die Grundgesamtheit enthält nur Firmen, deren Website wir zuordnen konnten und die bei einer früheren Analyse erreichbar waren. Der Anteil nicht erreichbarer Websites ist deshalb eher zu tief. Firmen ohne Website fehlen ganz. Die Abgrenzung der KMU ist grob, und Liechtenstein ist nicht enthalten, weil unser Verzeichnis nur das Schweizer Handelsregister abdeckt. Schliesslich: Edelweiss Webdesign baut selbst Websites und hat damit ein Interesse am Thema. Darum legen wir die Methode offen.
Ihre Website im Vergleich
Wenn Sie sehen möchten, wie eine neue Startseite für Ihren Betrieb aussehen könnte, bestellen Sie den kostenlosen Entwurf. Wir klären in einem kurzen Gespräch Leistungen und Zielgruppe und gestalten danach den Entwurf, kostenlos und unverbindlich. Weitere Beiträge finden Sie in der Ratgeber-Übersicht.
Häufige Fragen
Wie wurden die 400 Websites ausgewählt?
Per Zufall aus 138'312 Website-Adressen aktiver Firmen in den 19 deutschsprachigen Kantonen, geschichtet nach Kanton. So ist jeder Kanton so stark vertreten wie in der Grundgesamtheit. Einzelne Firmen nennen wir nicht.
Heisst ein fehlender Punkt, dass eine Website schlecht ist?
Nein. Die Prüfung sieht nur die Startseite und das ausgelieferte HTML. Ein Link kann per JavaScript erscheinen, ein Banner nachgeladen werden. Die Zahlen zeigen, wo viele Betriebe ansetzen können, nicht, wie gut ein einzelner Betrieb arbeitet.
Sind 17 % der Websites rechtswidrig?
Das sagt die Studie nicht. Sie zählt nur, wo Dienste wie Google Analytics eingebunden sind und kein Einwilligungswerkzeug im Quelltext erkennbar ist. Ob eine Einwilligung nötig ist, hängt vom Einzelfall ab. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Darf ich die Zahlen verwenden?
Ja, gerne mit Quellenangabe «Edelweiss Webdesign, Studie KMU-Websites Deutschschweiz, November 2026» und einem Link auf diesen Beitrag.