Onepager oder Website mit mehreren Seiten, was braucht Ihr Betrieb wirklich?
Ein Onepager reicht, wenn Ihr Betrieb ein klares Angebot hat und Besucher vor allem anrufen oder vorbeikommen sollen. Sobald Sie mehrere Leistungen anbieten, die Ihre Kundschaft getrennt sucht, lohnen sich mehrere Seiten.
Was die beiden Formen unterscheidet
Ein Onepager zeigt alles auf einer einzigen, langen Seite. Angebot, Betrieb und Kontakt stehen untereinander, und die Navigation springt zwischen den Abschnitten. Eine Website mit mehreren Seiten gibt jedem Thema eine eigene Adresse, also etwa eine Seite für Küchen, eine für Treppen und eine für den Kontakt.
Der Unterschied zeigt sich bei der Suche. Wer bei Google «Küchen Luzern» eingibt, soll auf einer Seite über Küchen landen, nicht auf einer Seite, auf der Küchen ein Abschnitt unter vielen sind. Eine eigene Seite kann zu einer Suchanfrage passen, ein Abschnitt nur teilweise. Eine bestimmte Platzierung lässt sich damit nicht zusichern, aber Google hat mehr passende Seiten zur Auswahl.
Ein Onepager hat seine Stärken. Er ist rasch gelesen, auf dem Handy wischt man einfach nach unten, und es gibt nur eine Seite zu pflegen. Seine Grenzen zeigen sich, wenn Sie einem Kunden eine bestimmte Leistung per Link schicken möchten, denn auf eine einzelne Leistung lässt sich dann nur umständlich verweisen. Auch die Ladezeit verdient Aufmerksamkeit, weil alle Bilder und Inhalte auf einer Seite zusammenkommen.
Drei Fragen, die den Entscheid klären
- Wie viele Leistungen würde jemand einzeln suchen? Bei einer oder zwei genügt ein Onepager. Bei mehreren verdient jede Leistung eine eigene Seite.
- Was muss ein Besucher wissen, bevor er anfragt? Genügen ein paar Sätze, Fotos und die Telefonnummer, passt ein Onepager. Will er Ablauf, Referenzen oder Leistungsumfang prüfen, braucht er mehr Platz.
- Wächst der Inhalt? Eine Speisekarte, Objekte oder wechselnde Aktionen werden mit der Zeit mehr. Wachsende Inhalte brauchen eine Struktur, sonst wird die eine Seite endlos lang.
Beispiele nach Betriebsart
- Elektriker, der allein arbeitet: Onepager. Wichtig sind die Leistungen, das Einzugsgebiet und eine Telefonnummer, die sich auf dem Handy antippen lässt.
- Schreinerei mit mehreren Leistungsfeldern, zum Beispiel Küchen, Treppen und Möbel nach Mass: mehrere Seiten, je Leistungsfeld eine. Wer genau eine Leistung sucht, findet die passende Seite, und Sie können je Leistung Beispiele zeigen. Mehr dazu im Beitrag Website für Schreinerei.
- Restaurant oder Café: Oft genügt ein Onepager mit Öffnungszeiten, Lage, Karte und Reservation. Kommen Anlässe, Catering oder Gutscheine dazu, lohnen sich eigene Seiten, denn Gäste suchen diese gezielt. Mehr dazu unter Website für Restaurant.
- Coiffeursalon: Ein Onepager mit Leistungen, Team, Öffnungszeiten und Online-Terminbuchung genügt oft. Wächst das Angebot um Ausbildung, Pflegeprodukte oder einen Brautservice, kann sich eine eigene Seite lohnen.
- Treuhandbüro oder Beratung: mehrere Seiten. Wer Unterlagen anvertraut, will Leistungen, Team und Vorgehen vorher prüfen. Vertrauen braucht Platz.
- Praxis im Gesundheitsbereich: meist mehrere Seiten für Behandlungen, Team, Anreise und Terminvereinbarung. Für Gesundheitsberufe gelten strenge Werberegeln, deshalb gehören keine Heilversprechen auf die Seite.
- Ferienwohnung: Bei einer einzelnen Wohnung genügt ein Onepager mit Fotos, Ausstattung, Lage und Anfrage. Bei mehreren Wohnungen bekommt jede eine eigene Seite.
So entscheiden Sie in der Praxis
- Schreiben Sie die Leistungen auf, wegen denen Kunden bei Ihnen anrufen.
- Streichen Sie, was nur Beiwerk ist.
- Fragen Sie bei jeder Leistung, ob jemand genau danach suchen würde. Wenn ja, gehört sie auf eine eigene Seite.
- Zählen Sie die Seiten, die ohnehin nötig sind: Kontakt, Impressum und Datenschutz. Bleiben danach nur ein oder zwei Inhalte, reicht ein Onepager.
- Entscheiden Sie, ob die Website später wachsen soll, und sagen Sie das dem Anbieter gleich zu Beginn.
Auch ein Onepager braucht Angaben zum Betreiber (Impressum) und, sobald Sie über ein Formular Personendaten erfassen, eine Datenschutzerklärung. Beide stehen üblicherweise als eigene kurze Seiten hinter dem Onepager. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Der Mittelweg: klein starten, später ausbauen
Viele Betriebe beginnen mit einem Onepager und ergänzen später Seiten. Das gelingt, wenn schon bei der Planung klar ist, welcher Abschnitt später zu einer eigenen Seite wird. Beim Ausbau ändern sich Adressen, deshalb brauchen die alten Adressen Weiterleitungen. Die Website-Relaunch-Checkliste zeigt, worauf Sie achten müssen.
Wer sicher weiss, dass mehrere Leistungen folgen, plant die Struktur besser gleich mit. Wer unsicher ist, startet klein und beobachtet, welche Anfragen kommen. Welche Posten sich mit dem Umfang verändern, erklärt der Beitrag Was kostet eine Website.
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Wer zuerst die bestehende Seite ansehen lassen möchte, nutzt den kostenlosen Website-Check. Weitere Beiträge finden Sie in der Ratgeber-Übersicht.
Häufige Fragen
Ist ein Onepager schlechter für Google?
Nicht grundsätzlich. Für die lokale Suche nach einem einzelnen Angebot kann ein gut gemachter Onepager genügen. Er deckt aber nur wenige Themen ab, während mehrere Seiten mehr Suchanfragen gezielt bedienen. Eine bestimmte Platzierung lässt sich in keinem Fall zusichern.
Braucht ein Onepager Impressum und Datenschutzerklärung?
Auch ein Onepager sollte den Betreiber klar nennen, und sobald ein Kontaktformular Personendaten erfasst, gehört eine Datenschutzerklärung dazu. Beide liegen üblicherweise als eigene kurze Seiten hinter dem Onepager. Lassen Sie die Texte im Zweifel rechtlich prüfen.
Kann ich später von einem Onepager auf mehrere Seiten wechseln?
Ja. Planen Sie die Abschnitte so, dass jeder später zu einer eigenen Seite werden kann, und leiten Sie alte Adressen auf die neuen um.
Wie viele Seiten sind «mehrere Seiten»?
Das hängt von den Leistungen ab, nicht von einer festen Zahl. Rechnen Sie je Leistungsfeld mit einer Seite, dazu Kontakt, Informationen zum Betrieb sowie Impressum und Datenschutz.