Website-Pflege: Was dazugehört und wie oft
Zur Pflege gehören aktuelle Inhalte, Updates, geprüfte Sicherungen und die Kontrolle von Formularen und Google-Daten. Mit einem festen Rhythmus nach Monat, Quartal und Jahr bleibt der Aufwand überschaubar.
Warum eine Website nie fertig ist
Website-Pflege heisst: in festen Abständen nachsehen, statt erst zu reagieren, wenn etwas ausfällt. Es ist wie beim Service an einem Firmenfahrzeug. Denn es ändert sich laufend etwas: die Öffnungszeiten, das Team, die Leistungen, die Software auf dem Server und die Browser Ihrer Kunden. Wer nichts tut, merkt es erst, wenn etwas schiefgeht.
Der Aufwand hängt vom Aufbau ab. Eine Seite aus fertigen Dateien braucht kaum technische Updates. WordPress mit mehreren Plugins verlangt regelmässige Aktualisierungen. Bei einem Baukasten erledigt der Anbieter die Technik, Inhalte und Formulare bleiben Ihre Sache. Allen gemeinsam ist: Die Inhalte müssen stimmen, die Formulare müssen funktionieren, und Google muss die richtigen Daten zeigen.
Stellen Sie sich vor, ein Betrieb wechselt den E-Mail-Anbieter. Das Kontaktformular schickt seine Anfragen weiter an die alte Adresse, die niemand mehr liest. Wochen später fällt auf, dass keine Anfragen mehr kommen. Eine monatliche Testanfrage hätte es in einer Minute gezeigt.
Der Pflegeplan nach Rhythmus
Jeden Monat (rund 30 Minuten)
- Senden Sie eine Testanfrage über das Kontaktformular und prüfen Sie, ob sie ankommt, auch im Spam-Ordner. Mehr zum Formular: Kontaktformular optimieren.
- Tippen Sie auf dem Handy die Telefonnummer und den Anrufknopf an.
- Lesen Sie die Inhalte durch: Öffnungszeiten, Ferien, Team, aktuelle Leistungen.
- Schauen Sie die Startseite am Handy und am Computer an. Wirkt etwas kaputt, verschoben oder veraltet?
- Spielen Sie Updates ein oder lassen Sie sie einspielen (Ablauf weiter unten).
- Sehen Sie das Google-Profil durch (siehe unten).
Jedes Quartal
- Prüfen Sie, ob die Sicherung vorhanden ist und sich zurückspielen lässt.
- Klicken Sie alle Links durch: Führen sie noch zum Ziel?
- Messen Sie die Ladezeit mit PageSpeed Insights und vergleichen Sie mit dem letzten Wert.
- Sehen Sie in der Google Search Console nach Fehlermeldungen und Suchanfragen. Welche Begriffe bringen Besucher, und gibt es dazu eine passende Seite?
- Räumen Sie die Zugänge auf: Wer hat Zugriff auf Website, Domain und Hosting? Streichen Sie ehemalige Mitarbeiter und alte Dienstleister.
- Prüfen Sie Impressum und Datenschutzerklärung: Stimmen Adresse, Kontaktangaben und eingesetzte Dienste noch? Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Einmal im Jahr
- Kontrollieren Sie die Ablaufdaten von Domain, Hosting-Vertrag und Zertifikat sowie die Zahlungsmittel dahinter. Mehr dazu in Domain registrieren und verwalten.
- Lesen Sie alle Texte und Fotos: Stimmen Leistungen, Referenzen und Teamfotos?
- Erneuern Sie Passwörter und prüfen Sie die Zwei-Faktor-Anmeldung.
- Ziehen Sie Bilanz: Welche Seiten werden besucht, woher kommen Anfragen? Reicht die Seite noch, oder ist ein Neubau fällig?
Updates: wann, wie, wer
Veraltete Software mit bekannten Sicherheitslücken ist ein typischer Weg, auf dem Fremde Zugriff auf eine Website erlangen. Updates gehören darum zur Pflege (mehr zum Schutz der Seite in Website-Sicherheit). Bei WordPress oder einem ähnlichen System gehen Sie so vor:
- Sicherung erstellen und prüfen, dass sie vorhanden ist.
- Wenn möglich, zuerst auf einer Testkopie aktualisieren.
- Updates einspielen: erst das System, dann Plugins und Design.
- Startseite, eine Leistungsseite und das Formular testen.
- Notieren, was wann aktualisiert wurde, damit bei einem Fehler klar ist, was sich geändert hat.
Wer macht das? Klären Sie es schriftlich: Was erledigen Sie selbst, was Ihr Webdesigner oder Hoster, in welchen Abständen, und wie schnell werden Sie informiert, wenn etwas ausfällt? Die Kosten einer Pflege hängen von wenigen Faktoren ab: der Anzahl der Systeme und Plugins, der Häufigkeit von Inhaltsänderungen, der gewünschten Reaktionszeit und davon, ob Sie einen Bericht wollen. Konkrete Beträge nennt die verbindliche Offerte.
Google-Daten aktuell halten
Neben Ihrer Website zeigt Google Ihren Betrieb im Google-Unternehmensprofil, in Karte und Suche. Veraltete Angaben dort führen zu vergeblichen Anfahrten und verpassten Anrufen.
- Passen Sie Öffnungszeiten an, auch für Feiertage und Ferien.
- Prüfen Sie Telefonnummer, Adresse und Website-Link. Name, Adresse und Telefon sollen auf Website, Google-Profil und in den Verzeichnissen Zeichen für Zeichen gleich geschrieben sein.
- Schauen Sie nach, ob Ihr Eintrag in Verzeichnissen wie local.ch und search.ch sowie in Apple Maps und Bing Places stimmt.
- Laden Sie neue Fotos hoch und halten Sie die Leistungen aktuell.
- Antworten Sie auf Bewertungen, freundlich und sachlich, auch auf kritische. Kaufen Sie keine Bewertungen und filtern Sie nicht, wen Sie um eine Bewertung bitten.
Wie Sie das Profil einrichten, steht in Google-Unternehmensprofil einrichten.
Pflege abgeben oder selbst machen
Sie müssen die Pflege nicht abgeben. Wenn Sie den Plan gerne selbst abarbeiten, genügt eine Kalendererinnerung pro Monat und eine Stellvertretung für Ferien. Wenn Sie es lieber abgeben, fragen Sie vor dem Auftrag, was die Pflege enthält. Der kostenlose Website-Check zeigt, wo Ihre Seite heute steht. Edelweiss vermittelt Ihr Vorhaben an eine Agentur, die dazu passt. Für Sie ist das kostenlos, bezahlt werden wir von den Agenturen. Sie können Ihr Vorhaben in sechs Fragen beschreiben. Weitere Beiträge: Ratgeber-Übersicht.
Häufige Fragen
Wie viel Zeit braucht die Pflege pro Monat?
Für eine kleine Website mit wenigen Änderungen reicht oft eine halbe Stunde, wenn Sie den Plan oben abarbeiten. Bei WordPress mit vielen Plugins und häufigen Inhaltsänderungen ist es mehr. Entscheidend ist der Rhythmus, nicht die Länge der einzelnen Kontrolle.
Was passiert, wenn ich nichts tue?
Die Website läuft zunächst weiter. Mit der Zeit veralten Angaben, Updates fehlen, und Fehler wie ein defektes Formular fallen niemandem auf. Läuft eine Domain oder ein Zertifikat ab, fällt die Seite plötzlich ganz aus.
Muss ich laufend neue Inhalte veröffentlichen?
Nein. Wichtiger ist, dass bestehende Angaben stimmen. Neue Inhalte lohnen sich, wenn es etwas zu berichten gibt, etwa eine neue Leistung, ein abgeschlossenes Projekt oder geänderte Öffnungszeiten.
Wie prüfe ich, ob mein Formular noch funktioniert?
Senden Sie sich selbst eine Testanfrage, so als wären Sie ein Kunde, und prüfen Sie Posteingang und Spam-Ordner. Machen Sie das monatlich und immer nach einem Wechsel von E-Mail-Anbieter, Hosting oder Website-System.