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Website für eine Physiotherapiepraxis, auf der Patienten den Weg zum Termin finden

Eine gute Website für eine Physiotherapiepraxis zeigt in wenigen Sekunden, was Sie behandeln, ob eine Verordnung nötig ist und wie man einen Termin anfragt. Der Ton bleibt sachlich, und das Formular fragt nach keiner Krankengeschichte.

Branchen · 5 Min. Lesezeit · Stand 17.10.2026

Was Patienten in den ersten Sekunden wissen wollen

Stellen Sie sich einen Dienstagabend vor. Der Rücken zieht seit dem Wochenende, und jemand tippt auf dem Handy «Physiotherapie» und den Ortsnamen ein. Auf Ihrer Seite will diese Person vier Dinge klären, bevor sie weiterwischt: ob Sie ihr Problem behandeln, ob sie eine Verordnung braucht, wo die Praxis liegt und wie sie zu einem Termin kommt.

Diese Antworten gehören ohne Umweg über ein Menü an den Anfang der Startseite:

  • Praxisname, Ort und eine Telefonnummer, die sich auf dem Handy antippen lässt
  • ein Satz zu Ihren Schwerpunkten, etwa Rückenbeschwerden, Sportverletzungen, Nachbehandlung nach Operationen oder Beckenbodentherapie, aber nur, was Sie wirklich anbieten
  • ein Hinweis zur Verordnung
  • ein gut sichtbarer Knopf «Termin anfragen»
  • Öffnungszeiten und Telefonzeiten

Zu den Telefonzeiten ein praktischer Punkt: Während Sie behandeln, nimmt niemand ab. Schreiben Sie das offen hin, zum Beispiel «Telefonisch erreichbar am Morgen und über Mittag», und bieten Sie einen Rückruf über das Formular an. So muss niemand mehrmals anrufen und sich fragen, ob die Praxis überhaupt besetzt ist.

Angebot beschreiben, ohne etwas zu versprechen

Je Schwerpunkt genügt ein kurzer Abschnitt oder eine eigene Seite. Beschreiben Sie, wen Sie behandeln, wie die erste Sitzung abläuft (Gespräch, Untersuchung, Behandlungsplan, Übungen für zu Hause) und mit welchen Methoden Sie arbeiten. Wer das erklärt, nimmt dem ersten Termin einen Teil der Unsicherheit.

Für Gesundheitsberufe gelten in der Schweiz strengere Werberegeln als für andere Betriebe. Sie ergeben sich aus den kantonalen Gesundheitsgesetzen und den Standesregeln Ihres Berufsverbands und unterscheiden sich von Kanton zu Kanton. Als Faustregel gilt: informieren statt versprechen.

  • Methoden und Abläufe beschreiben, keine Ergebnisse zusichern
  • keine Sätze wie «nach wenigen Sitzungen schmerzfrei»
  • keine Vorher-Nachher-Darstellungen und keine Erfolgsgeschichten einzelner Patienten
  • keine Superlative wie «die beste Praxis der Region»
  • bei Patientenstimmen vorher klären, was erlaubt ist, die Regeln sind nicht überall gleich

Im Zweifel fragen Sie die kantonale Gesundheitsdirektion oder Ihren Berufsverband, bevor ein Text online geht. Verantwortlich für den Inhalt bleibt immer die Praxisleitung. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Verordnung und Terminanfrage für neue Patienten

In der Regel übernimmt die Grundversicherung eine Physiotherapie nur auf ärztliche Verordnung. Schreiben Sie auf der Website, wie das bei Ihnen läuft, und halten Sie den Text allgemein. Welche Leistungen die Kasse im Einzelfall bezahlt, klären Patienten mit ihrer Versicherung. Ein Satz zu Kassenregeln, der nicht mehr stimmt, führt nur zu Rückfragen.

So kann der Weg einer neuen Patientin aussehen:

  1. Sie fragt über das Formular oder telefonisch einen Termin an.
  2. Im Formular wählt sie ihr Anliegen aus einer Liste (Rücken und Nacken, Schulter und Arm, Hüfte, Knie und Fuss, nach Operation oder Unfall, anderes) und gibt an, ob sie schon eine Verordnung hat.
  3. Die Praxis meldet sich innerhalb der Frist, die auf der Seite steht. Versprechen Sie nur, was Ihr Praxisalltag hergibt.
  4. Zum ersten Termin bringt sie die Verordnung und die Versichertenkarte mit, bei einem Unfall zusätzlich die Angaben des Versicherers. Das steht in der Bestätigung und auf der Seite.
  5. Anreise, Absagefrist und Hinweise zur Kleidung stehen in derselben Bestätigung.

Beim Formular wird ein Punkt oft übersehen: Gesundheitsdaten gelten im Datenschutzrecht als besonders schützenswert. Fragen Sie deshalb nur nach dem, was Sie für die Terminplanung brauchen. Eine Auswahlliste ist besser als ein offenes Feld, in das jemand die ganze Krankengeschichte schreibt. Die Datenschutzerklärung muss das Formular beschreiben, und die Seite wird verschlüsselt (https) ausgeliefert. Mehr dazu im Beitrag zur Datenschutzerklärung nach nDSG und in der Anleitung für Kontaktformulare, die ausgefüllt werden.

Team, Praxis und Zugang zeigen

Wer zur Physiotherapie geht, kommt meist mehrmals über Wochen. Patienten suchen deshalb auch eine Person, und die Adresse kommt erst danach. Zeigen Sie jedes Teammitglied mit Foto, Name, Funktion, Schwerpunkten und belegten Weiterbildungen. Schreiben Sie auch die Sprachen auf, in denen behandelt wird, wenn das bei Ihnen zutrifft.

Praxisfotos helfen, den Ort einzuschätzen: Eingang, Behandlungsraum, Trainingsbereich. Für Fotos der Mitarbeitenden brauchen Sie deren Einverständnis, am besten schriftlich. Patienten gehören nicht aufs Bild, das erspart Ihnen jede Diskussion. Was bei Bildern sonst gilt, steht im Beitrag über Bildrechte auf der Website.

Wer mit Schmerzen oder eingeschränkter Beweglichkeit anreist, braucht Fakten: ob es einen Lift oder Stufen am Eingang gibt, wo die nächste Haltestelle liegt und wo man parkieren kann. Schreiben Sie das auf die Kontaktseite, mit Kartenlink, und nur, was stimmt.

So wird die Praxis gefunden, und so antworten Sie auf Bewertungen

Bei der Suche nach «Physiotherapie» und dem Ortsnamen zählt neben der Website vor allem das Google-Unternehmensprofil: richtige Hauptkategorie, korrekte Öffnungszeiten, Link auf die Terminseite. Wie Sie es einrichten, erklärt der Beitrag Google-Unternehmensprofil einrichten. Wie weit oben Ihre Praxis dann erscheint, kann niemand garantieren. Ein vollständiges, aktuelles Profil ist aber die Grundlage.

Bewertungen kommen, ob Sie es wollen oder nicht. Antworten Sie kurz und neutral, und bestätigen Sie nie, dass die Person bei Ihnen in Behandlung war. Die Schweigepflicht gilt auch im Netz. Ein Beispiel: «Vielen Dank für Ihre Rückmeldung, wir nehmen sie ernst. Für ein persönliches Gespräch erreichen Sie uns telefonisch.» Bewertungen zu kaufen oder nur zufriedene Patienten zum Bewerten einzuladen, ist keine Option.

Nächster Schritt

Mit dem kostenlosen Website-Check sehen Sie, wo Ihre jetzige Seite steht. Edelweiss vermittelt Ihr Vorhaben an eine Agentur, die dazu passt. Für Sie ist das kostenlos, bezahlt werden wir von den Agenturen. Sie können Ihr Vorhaben in sechs Fragen beschreiben. Weitere Beiträge finden Sie in der Ratgeber-Übersicht.

Häufige Fragen

Darf meine Praxis mit Behandlungserfolgen werben?

Nur sehr zurückhaltend. Heilversprechen, Erfolgsquoten und Vorher-Nachher-Darstellungen sind für Gesundheitsberufe meist heikel oder nicht erlaubt, die Grenzen ziehen Kanton und Berufsverband. Beschreiben Sie lieber Ihre Methoden und Abläufe, und klären Sie Grenzfälle vorab mit der zuständigen Stelle.

Brauche ich ein Online-Buchungssystem?

Nicht zwingend. Eine Terminanfrage mit Rückmeldung genügt vielen Praxen und ist einfacher zu betreiben. Ein Buchungssystem lohnt sich, wenn Sie viele Termine telefonisch vergeben und das entlasten möchten. Es verarbeitet Gesundheitsdaten, prüfen Sie deshalb den Anbieter und nennen Sie ihn in der Datenschutzerklärung. Eine Buchungsfunktion erhöht den Aufwand und damit die Kosten der Website.

Wie viele Seiten braucht die Website einer kleinen Praxis?

Oft genügen Startseite, Angebot, Team, Kontakt mit Terminanfrage und Anreise, dazu Impressum und Datenschutzerklärung. Haben Sie mehrere Schwerpunkte, bekommt jeder eine eigene Seite, damit man ihn gezielt finden kann.