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Website für ein Architektur- oder Planungsbüro, das seine Projekte und seine Haltung zeigt

Eine Architektur-Website lebt von wenigen, gut dokumentierten Projekten, einer erkennbaren Haltung und geklärten Bildrechten. Wettbewerbe und Studienaufträge zeigen Sie mit dem tatsächlichen Ergebnis.

Branchen · 4 Min. Lesezeit · Stand 17.10.2026

Projektseiten statt Referenzliste

Wer ein Büro für einen Umbau oder einen Neubau sucht, will Projekte sehen, die dem eigenen ähneln. Eine nackte Liste mit Namen und Jahreszahlen sagt dazu wenig. Jedes Projekt braucht eine eigene Seite mit festem Aufbau:

  • Titel mit Projektart und Ort, zum Beispiel «Umbau eines Wohnhauses in einer Gemeinde im Kanton Bern»
  • Auftragsart: Neubau, Umbau, Sanierung, Erweiterung, Studienauftrag oder Wettbewerb
  • Stand: realisiert (mit Jahr), im Bau, in Planung oder nicht realisiert
  • Bauherrschaft, wenn sie zugestimmt hat
  • ein Kurztext von drei bis fünf Sätzen zu Ausgangslage, Idee und Besonderheit
  • Bilder von aussen, innen und im Detail, dazu Situation, Grundriss und Schnitt
  • Beteiligte: Fachplaner, Landschaftsarchitektur, Bauleitung und die Fotografin oder der Fotograf

Der Text ist kein Zierwerk. Suchmaschinen und KI-Assistenten lesen Bilder nicht wie Menschen, eine Seite, die nur aus Bildern besteht, bleibt für sie fast stumm. Beschreiben Sie das Projekt in Worten, setzen Sie Bildbeschreibungen (Alt-Texte), und wählen Sie Seitentitel, die Projektart und Ort enthalten.

Zeigen Sie lieber weniger, dafür besser. Wenige Projekte, hinter denen Sie wirklich stehen, wirken stärker als eine lange Galerie, bei der Sie nur einen kleinen Teil geleistet haben. Sortieren Sie nach dem, was Besucher suchen (Wohnen, Umbau und Sanierung, öffentliche Bauten), nicht nach Jahr.

Haltung zeigen und den Ablauf erklären

Private Bauherrschaften fragen sich bei der Wahl eines Büros vor allem, wie dieses Büro mit ihnen arbeitet und was auf sie zukommt. Beantworten Sie das auf einer Seite zur Arbeitsweise. Ein Ablauf, den Sie an Ihre Praxis anpassen:

  1. Erstgespräch und Klärung der Bedürfnisse
  2. Studie oder Machbarkeitsprüfung
  3. Vorprojekt und Bauprojekt
  4. Baugesuch und Bewilligung
  5. Ausschreibung und Vergabe
  6. Ausführung und Bauleitung
  7. Abnahme und Übergabe

Sagen Sie dazu klar, welche Phasen Sie selbst übernehmen und wo Sie mit anderen Büros zusammenarbeiten. Das gilt besonders für Planungsbüros mit mehreren Fachbereichen.

Die Haltung selbst gehört auf zwei, drei Sätze in Ihren eigenen Worten. Ein einfacher Test: Könnte ein anderes Büro denselben Satz unverändert übernehmen, streichen Sie ihn. «Wir schaffen Lebensräume mit Leidenschaft» sagt nichts. Ein Satz wie «Wir prüfen vor jedem Neubau, was sich im Bestand erhalten lässt» sagt etwas, solange er auf Sie zutrifft und Ihre Projekte ihn belegen.

Zum Team gehören Köpfe mit Funktion, Ausbildung und Aufgabenbereich. Wer Bauherrschaften anspricht, die ein Büro für Jahre wählen, findet weitere Bausteine im Beitrag Vertrauen auf der Website.

Wettbewerbe und Studienaufträge ehrlich darstellen

Wettbewerbe sind für ein Büro Referenz und Visitenkarte zugleich, und öffentliche Auftraggeber lesen sie genau. Legen Sie eine eigene Seite «Wettbewerbe und Studienaufträge» an mit:

  • Name des Verfahrens, Ort, Jahr und Auftraggeber
  • Ergebnis, wie es war: Rang, Ankauf, Anerkennung oder Teilnahme ohne Rang
  • beteiligten Büros und Fachplanern
  • ein, zwei Bildern und einem Kurztext zur Idee

Das tatsächliche Ergebnis zu nennen ist keine Schwäche. «Teilnahme am selektiven Verfahren» ist eine zutreffende Aussage, «Wettbewerbserfolg» ohne Rang ist es nicht. Wer übertreibt, riskiert, dass jemand nachprüft, und die Ergebnisse öffentlicher Verfahren sind in der Regel einsehbar.

Bevor Sie nicht realisierte Beiträge veröffentlichen, lesen Sie das Programm des Verfahrens. Es kann Regeln zur Veröffentlichung enthalten. Auszeichnungen nennen Sie mit Jahr und der Stelle, die sie vergeben hat.

Bildrechte: Fotografen, Bauherrschaft und Visualisierungen

Bei Architektur-Websites ist das Bild das Produkt, und deshalb auch die häufigste Rechtsfrage. Die Grundsätze, ohne Detailauslegung:

  • Fotografinnen und Fotografen haben Rechte an ihren Aufnahmen, auch wenn Sie sie bezahlt haben. Halten Sie schriftlich fest, wofür Sie die Bilder nutzen dürfen (Website, soziale Medien, Wettbewerbs- und Bewerbungsunterlagen, Druck) und für wie lange. Die Namensnennung gehört oft dazu.
  • Rechte an Visualisierungen liegen zunächst bei denen, die sie erstellt haben. Klären Sie die Nutzung ebenfalls schriftlich.
  • Innenaufnahmen bewohnter Bauten brauchen die Zustimmung der Bewohner, Personen im Bild ebenfalls.
  • Karten, Katasterpläne und Luftbilder Dritter haben eigene Nutzungsbedingungen.

Führen Sie ein einfaches Bildregister mit Urheber, Rechteinhaber, erlaubter Nutzung und Datum der Zustimmung je Bild. Wie das aussieht, steht im Beitrag Bildrechte auf der Website, und wie gute Fotos entstehen, im Beitrag Fotos für die Firmenwebsite. Grundinformationen zum Urheberrecht bietet das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Eine technische Folge: Bilder machen bei Architekturseiten den grössten Teil der Datenmenge aus. Liefern Sie sie in passenden Grössen und mit moderner Komprimierung aus, sonst wartet der Besucher auf dem Handy vor leeren Flächen. Mehr dazu im Beitrag Website-Ladezeit verbessern.

Projekte und Haltung auf einer Seite prüfen

Der kostenlose Website-Check zeigt, wie Ihre heutige Seite bei Projektseiten, Auffindbarkeit und Ladezeit dasteht. Edelweiss vermittelt Ihr Vorhaben an eine Agentur, die dazu passt. Für Sie ist das kostenlos, bezahlt werden wir von den Agenturen. Sie können Ihr Vorhaben in sechs Fragen beschreiben. Weitere Beiträge finden Sie in der Ratgeber-Übersicht.

Häufige Fragen

Wie viele Projekte soll ein Büro zeigen?

So viele, wie Sie vollständig dokumentieren können. Lieber wenige ausgearbeitete Projektseiten als viele dünne. Neue Projekte kommen laufend dazu, ältere können Sie in einem Archiv bündeln.

Soll ich Projekte zeigen, die nicht gebaut wurden?

Ja, wenn sie klar als nicht realisiert gekennzeichnet sind, etwa als Wettbewerbs- oder Studienauftragsbeitrag. Prüfen Sie vorher die Regeln des Verfahrens, und nennen Sie die beteiligten Büros.

Darf ich Fotos eines Fotografen ohne Weiteres auf meine Website stellen?

Nein. Klären Sie die Nutzung schriftlich, bevor die Bilder online gehen, und nennen Sie den Urheber, wenn das vereinbart ist.

Braucht ein Planungsbüro eigene Seiten für Leistungen wie Bauleitung oder Sanierung?

Ja, wenn Sie dafür gefunden werden wollen. Wer nach einem Büro für eine Sanierung sucht, landet sonst auf einer Projektseite ohne Erklärung Ihrer Leistung. Eine Seite pro Hauptleistung, verknüpft mit passenden Projekten, hilft Besuchern und der Suche.