Gute Fotos für die Firmenwebsite selber machen oder machen lassen
Für viele Motive reicht ein Handy, wenn Licht und Hintergrund stimmen. Ein Fotograf lohnt sich vor allem für das Teamfoto und die Bilder, die ganz oben auf der Seite stehen.
Welche Bilder Ihre Website braucht
Bevor Sie zur Kamera greifen, schreiben Sie auf, was die Bilder leisten sollen. Ein Foto gehört auf die Seite, wenn es zeigt, was ein Text nicht zeigen kann. Fünf Gruppen decken die meisten Betriebe ab:
- Team: Porträts und ein Gruppenbild, mit Namen.
- Arbeitsbilder: Sie bei der Arbeit, nicht gestellt.
- Ergebnisse: fertige Projekte, Gerichte, Räume oder Frisuren, je nach Branche.
- Ort: Eingang, Werkstatt, Showroom oder Fahrzeug, damit Kunden Sie wiederfinden.
- Details: Material, Werkzeug, Hände bei der Arbeit.
Aus dieser Liste wird Ihre Aufnahmeliste. Für den Anfang genügen ein Gruppenbild, ein Porträt je Person, fünf Arbeitsbilder, fünf Ergebnisse und zwei Bilder vom Ort.
Selber fotografieren: Handy und Licht
Diese Handgriffe verbessern Handyfotos spürbar:
- Wischen Sie die Linse mit einem weichen Tuch ab. Fingerabdrücke machen Bilder milchig.
- Blenden Sie das Raster ein und halten Sie das Handy gerade, damit Horizonte und Kanten nicht kippen.
- Fotografieren Sie breite Bilder im Querformat, Porträts im Hochformat.
- Zoomen Sie nicht mit den Fingern, gehen Sie näher ans Motiv.
- Tippen Sie aufs Motiv, damit Schärfe und Helligkeit dort sitzen.
- Räumen Sie den Hintergrund auf: Kabel, Abfall, private Gegenstände, Kundenunterlagen auf dem Tisch.
- Machen Sie mehrere Aufnahmen und wählen Sie später die beste.
Licht ist wichtiger als die Kamera. Nutzen Sie Tageslicht: Das Motiv steht seitlich zum Fenster, nicht davor. Draussen gibt ein bedeckter Himmel weiches Licht, pralle Mittagssonne wirft harte Schatten, besser sind früher Morgen oder später Nachmittag. Verzichten Sie bei kurzer Distanz auf den Blitz und schalten Sie Lampen aus, wenn Tageslicht da ist, denn Mischlicht färbt Bilder. Restaurants, Praxen und Läden fotografieren Sie vor der Öffnung, aufgeräumt und bei Tageslicht.
Team- und Arbeitsbilder
Team: Gleicher Ort, gleicher Hintergrund, Kamera auf Augenhöhe, Arbeitskleidung, natürlicher Ausdruck. Planen Sie pro Person einige Minuten ein und machen Sie mehrere Aufnahmen. Holen Sie das Einverständnis ein und notieren Sie Namen und Funktion. Warum diese Bilder Vertrauen schaffen, steht im Beitrag Vertrauen auf der Website aufbauen.
Arbeitsbilder entstehen am besten nebenbei, an einem normalen Projekttag:
- Fotografieren Sie vor Beginn den Zustand, vom selben Standort aus wie später das Endbild.
- Halten Sie ein bis zwei Arbeitsschritte fest, mit sichtbarer Schutzausrüstung, wo sie vorgeschrieben ist.
- Fotografieren Sie das Ergebnis, aufgeräumt und bei gutem Licht.
- Fragen Sie den Kunden, ob Sie das Bild verwenden dürfen.
- Wählen Sie die besten drei und benennen Sie die Dateien sofort sinnvoll, etwa «kueche-umbau-luzern.jpg».
Achten Sie darauf, was sonst noch im Bild steht. Hausnummern, Autokennzeichen, Gesichter und Unterlagen von Kunden gehören nicht auf die Website.
Wann sich ein Fotograf lohnt
Ein Fotograf ist sinnvoll für Teamporträts, das grosse Bild auf der Startseite und für Branchen, in denen Bilder die Entscheidung tragen: Gastronomie, Hotel, Immobilien, Läden und Produkte. Bei Räumen und Gerichten sieht man den Unterschied sofort.
So bereiten Sie den Termin vor:
- Schicken Sie dem Fotografen Ihre Aufnahmeliste.
- Wählen Sie einen Tag mit gutem Licht, an dem das Team anwesend ist.
- Räumen Sie auf, bevor er kommt.
Die Offerte hängt von der Dauer, der Zahl der Bilder, der Nachbearbeitung und den Nutzungsrechten ab. Vergleichen Sie Offerten deshalb nach diesen vier Punkten. Das Urheberrecht liegt beim Fotografen, was Sie mit den Bildern tun dürfen, regelt die Vereinbarung: wo (Website, Social Media, Druck) und wie lange. Lassen Sie das schriftlich festhalten.
Bilder von Menschen oder Arbeiten, die eine KI erzeugt hat, ersetzen weder Ihr Team noch Ihre Arbeit. Sie täuschen Besucher über das, was sie erwartet.
Bildrechte: Was Sie verwenden dürfen
- Eigene Fotos dürfen Sie verwenden. Sind Personen erkennbar, brauchen Sie deren Einverständnis, ebenso bei Räumen und Gegenständen von Kunden.
- Bilder von Fotografen: Klären Sie die Nutzungsrechte schriftlich.
- Stockfotos: Lesen Sie die Lizenz. Erlaubt sie die geschäftliche Nutzung? Muss die Quelle genannt werden? Bewahren Sie die Lizenz auf.
- Nie Bilder aus der Google-Bildersuche, von anderen Websites oder aus sozialen Netzwerken übernehmen. Auch Herstellerbilder haben Bedingungen.
- Bildliste führen: Dateiname, Quelle, Lizenz, Datum, Einverständnis. Das kostet wenig Zeit und hilft bei einer Rückfrage.
Bei Gesundheitsberufen unterliegen Patientenbilder und Vorher-Nachher-Fotos strengen Werberegeln, Heilversprechen gehören nicht auf die Seite. Details im Beitrag Bildrechte auf der Website. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Wenn Ihre Bilder bereit sind
Edelweiss vermittelt Ihr Vorhaben an eine Agentur, die dazu passt. Für Sie ist das kostenlos, bezahlt werden wir von den Agenturen. Sie können Ihr Vorhaben in sechs Fragen beschreiben. Weitere Beiträge finden Sie in der Ratgeber-Übersicht.
Häufige Fragen
Reicht ein Handy für Website-Fotos?
Für viele Motive ja, wenn Licht und Hintergrund stimmen. Bei Räumen mit schwierigem Licht, bei Gruppenbildern und bei Bildern, die über die ganze Breite der Startseite laufen, lohnt sich eher ein Fotograf.
Wie gross müssen die Bilder sein?
Machen Sie die Aufnahmen in voller Auflösung und speichern Sie die Originale. Fürs Web werden sie danach verkleinert, damit die Seite schnell lädt, das übernimmt in der Regel, wer Ihre Website baut. Mehr dazu im Beitrag Website-Ladezeit verbessern.
Darf ich Fotos von Kundenbaustellen zeigen?
Mit dem Einverständnis des Kunden und ohne erkennbare Personen, Hausnummern oder Fahrzeugkennzeichen. Fragen Sie vorher, am besten per E-Mail, dann haben Sie es schriftlich.
Muss ich bei Bildern die Quelle nennen?
Bei eigenen Fotos nicht. Bei Stockfotos und Bildern von Fotografen hängt es von der Lizenz oder Vereinbarung ab. Halten Sie die Bedingungen in Ihrer Bildliste fest. Jedes Bild bekommt ausserdem einen kurzen Alternativtext, der es beschreibt, auch das hilft Menschen, die es nicht sehen können (Barrierefreie Website).