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Ladezeit der Firmenwebsite messen und verbessern

Messen Sie die Ladezeit zuerst mit PageSpeed Insights und gehen Sie dann die häufigsten Bremsen der Reihe nach durch: Bilder, Schriften, fremde Skripte und das Hosting.

Technik · 5 Min. Lesezeit · Stand 17.10.2026

Warum eine langsame Seite Anfragen kostet

Wer mit dem Handy nach einer Schreinerei oder einem Elektriker sucht, öffnet meist zwei, drei Treffer nacheinander. Lädt die erste Seite zäh, kehrt er zu Google zurück und tippt den nächsten Betrieb an. Die Ladezeit entscheidet also mit, ob jemand Ihren Text überhaupt zu sehen bekommt.

Google misst das Ladeverhalten ebenfalls, mit den sogenannten Core Web Vitals, und zieht die Werte als ein Signal unter vielen heran. Ein grüner Wert ersetzt keinen guten Inhalt und garantiert keine Platzierung. Eine langsame Seite verschenkt aber Besucher, bevor Google überhaupt eine Rolle spielt.

Ein Beispiel für die häufigste Ursache: Eine Schreinerei im Kanton Luzern lädt zwölf Fotos aus der Werkstatt auf die Seite, jedes direkt aus der Handykamera. Jedes Foto wiegt mehrere Megabyte, die Startseite braucht auf dem Handy entsprechend lange. Dieses Muster kennt jeder Webdesigner, und es lässt sich beheben.

Ladezeit messen: Schritt für Schritt

Raten Sie nicht, messen Sie. Das Werkzeug ist kostenlos: PageSpeed Insights von Google.

  1. Geben Sie die Adresse Ihrer Startseite ein und starten Sie die Analyse.
  2. Öffnen Sie zuerst den Reiter «Mobil». Google bewertet vor allem die Handy-Version Ihrer Seite.
  3. Lesen Sie die drei Kernwerte (siehe nächster Abschnitt) und notieren Sie sie mit Datum. Ohne Ausgangswert wissen Sie später nicht, ob eine Änderung etwas gebracht hat.
  4. Messen Sie dasselbe für eine Leistungsseite und die Kontaktseite. Die Startseite ist oft die am besten gepflegte, die anderen Seiten sind häufig schwerer.
  5. Wiederholen Sie die Messung an einem anderen Tag. Einzelne Messungen schwanken, der Durchschnitt aus drei Messungen ist verlässlicher.
  6. Lesen Sie die ersten drei Empfehlungen in der Liste weiter unten. Sie zeigen, wo die meiste Zeit verloren geht.

Hat Ihre Seite wenig Besucher, zeigt PageSpeed Insights keine Messwerte aus dem echten Betrieb, sondern nur eine Simulation. Das ist normal und genügt für den Vergleich vorher und nachher. Wie Sie die Seite zusätzlich auf echten Geräten prüfen, steht im Beitrag Mobile Website.

Die drei Kernwerte ohne Fachchinesisch

Google beschreibt das Erlebnis auf einer Seite mit drei Werten:

  • LCP (grösstes sichtbares Element): Wie lange dauert es, bis der Hauptteil der Seite zu sehen ist, meist das grosse Bild oder die Hauptüberschrift? Als gut gelten bis 2,5 Sekunden.
  • INP (Reaktionszeit): Wie schnell reagiert die Seite, wenn jemand etwas antippt, etwa das Menü? Als gut gelten bis 200 Millisekunden.
  • CLS (Verschiebungen): Springt der Inhalt beim Laden herum, weil ein Bild nachlädt, sodass der Finger den falschen Knopf trifft? Als gut gilt ein Wert bis 0,1.

Massgeblich ist, wie die Seite bei drei von vier Besuchern mindestens abschneidet, nicht die Messung unter besten Bedingungen. Wer in allen drei Bereichen im grünen Bereich liegt, muss nicht weiter optimieren. Die Zeit ist dann in Texten und Fotos besser angelegt.

Die häufigsten Bremsen, nach Wirkung geordnet

Bilder

Bilder sind fast immer die grösste Bremse. Ein Foto aus der Handykamera ist für den Druck gedacht und für den Bildschirm viel zu gross. Als Faustregel genügt für ein ganzbreites Bild eine Breite von rund 2000 Pixeln, für Vorschaubilder deutlich weniger.

  • Verkleinern Sie Fotos vor dem Hochladen oder lassen Sie das Ihren Webdesigner automatisch erledigen.
  • Fotos gehören in ein modernes Format (WebP oder AVIF) statt in ein schweres PNG.
  • Bilder weiter unten sollen erst laden, wenn jemand dorthin scrollt (Lazy Loading). Das Hauptbild ganz oben nicht, sonst erscheint es später.
  • Legen Sie für jedes Bild Breite und Höhe fest, damit die Seite beim Laden nicht springt. Das verbessert den CLS-Wert.

Wie gute Fotos entstehen, lesen Sie in Fotos für die Firmenwebsite.

Schriften

Jede Schriftart und jeder Schnitt (normal, fett, kursiv) ist eine eigene Datei. Zwei Schriften mit je zwei Schnitten genügen fast immer. Besser ist es, sie vom eigenen Server auszuliefern statt von einem fremden, und den Text sofort in einer Ersatzschrift anzuzeigen, bis die gewünschte Schrift da ist. So sieht der Besucher Text, während der Rest noch lädt.

Fremde Skripte, Videos und Karten

Ein Chat-Fenster, ein Bewertungs-Widget, ein Social-Media-Feed, eine eingebettete Karte, ein Video: Jedes Element lädt zusätzlichen Code von einem fremden Server. Fragen Sie bei jedem, ob es jemand benutzt. Was keinen Zweck erfüllt, wird entfernt. Karten und Videos lassen sich so einbauen, dass zuerst nur ein Vorschaubild erscheint und der Inhalt erst nach dem Antippen lädt. Entfernen Sie ein Element probeweise, messen Sie neu und vergleichen Sie.

Hosting und Aufbau der Seite

PageSpeed Insights meldet auch die Antwortzeit des Servers. Ist sie schon beim ersten Abruf langsam, liegt es am Hosting oder an einer schweren Technik: an einem überlasteten Server, an zu vielen Plugins oder an einem System, das bei jedem Aufruf die Seite aus einer Datenbank zusammenbaut. Eine Seite aus fertigen Dateien braucht diese Rechenzeit nicht. Worauf Sie beim Anbieter achten sollten, steht in Hosting in der Schweiz.

Was Sie selbst erledigen können

Selbst erledigen können Sie: Fotos vor dem Hochladen verkleinern, ungenutzte Elemente benennen, Videos einbinden statt hochladen. Dem Webdesigner oder Hoster überlassen Sie Bildformate, Schriften, Zwischenspeicher (Caching), Serverwahl und das Aufräumen des Codes. Mehr zum Rhythmus der Kontrollen finden Sie im Beitrag Website-Pflege und in der Ratgeber-Übersicht.

Ladezeit nicht dem Zufall überlassen

Wenn Sie wissen möchten, wo Ihre Website heute steht, nutzen Sie den kostenlosen Website-Check. Edelweiss vermittelt Ihr Vorhaben an eine Agentur, die dazu passt. Für Sie ist das kostenlos, bezahlt werden wir von den Agenturen. Sie können Ihr Vorhaben in sechs Fragen beschreiben.

Häufige Fragen

Welche Ladezeit ist gut genug?

Eine einzelne Sekundenzahl gibt es nicht. Google nennt drei Richtwerte: LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden und CLS bis 0,1. Messen Sie auf dem Reiter «Mobil». Liegen Sie in allen drei Bereichen im grünen Bereich, gibt es keinen Grund, weiter zu optimieren.

Macht schnelles Hosting die Seite allein schnell?

Nein. Ein schneller Server hilft wenig, wenn die Startseite mit zu grossen Fotos und vielen fremden Skripten überladen ist. Beheben Sie zuerst Bilder und Skripte, danach lohnt sich der Blick aufs Hosting.

Muss ich mich als Betrieb mit lokaler Kundschaft um die Core Web Vitals kümmern?

Sie sind ein Signal unter vielen. Mehr Gewicht haben ein gepflegtes Google-Profil, klare Texte und eine Seite, die auf dem Handy rasch zu den Kontaktdaten führt. Eine zügige Seite hilft aber Ihren Besuchern, und die zählen zuerst.

Wie oft sollte ich die Ladezeit prüfen?

Nach jeder grösseren Änderung und sonst einmal pro Quartal. Neue Fotos, ein eingebettetes Video oder ein zusätzliches Plugin verändern die Werte oft stärker, als man erwartet.