Vertrauen auf der Website aufbauen mit Referenzen, Team, Bewertungen und Kontaktangaben
Fremde vertrauen einem Betrieb, wenn sie nachprüfen können, was er sagt, also Projekte, Gesichter, Bewertungen und eine Adresse, unter der jemand antwortet. Hier steht, was Sie dafür auf Ihre Website stellen.
Behauptung und Beweis
Wörter wie «zuverlässig», «erfahren» und «sauber» kann jeder Betrieb auf seine Seite schreiben. Deshalb überzeugen sie allein nicht. Vertrauen entsteht, wenn neben der Behauptung ein Beweis steht, den der Besucher selbst prüfen kann.
- «Wir arbeiten sauber» wird zum Foto einer fertigen Baustelle mit Ort.
- «Wir sind erreichbar» wird zur Telefonnummer mit Zeiten und einem WhatsApp-Link.
- «Erfahrene Fachleute» wird zum Team mit Foto, Vorname und Funktion.
- «Zufriedene Kunden» wird zum Link auf Ihre Google-Bewertungen.
Gehen Sie Ihre Website Satz für Satz durch und fragen Sie bei jeder Behauptung: Was belegt das? Gibt es keinen Beleg, streichen Sie den Satz oder besorgen Sie den Beleg.
Referenzen: echte Projekte statt Logo-Wand
Eine Referenz ist ein konkretes Projekt, kein Firmenlogo. Pro Projekt zeigen Sie:
- ein Foto des Ergebnisses,
- den Ort (Gemeinde oder Kanton),
- die Art der Arbeit und die Aufgabe, die der Kunde hatte,
- falls vorhanden, einen Satz des Kunden, aber nur mit seiner Erlaubnis.
Fragen Sie vorher nach, auch bei Fotos, auf denen Räume oder Personen erkennbar sind. Fünf gut dokumentierte Projekte wirken stärker als zwanzig Fotos ohne Angaben. Zeigen Sie keine fremden Logos, Siegel oder Mitgliedschaften, die Sie nicht tatsächlich haben.
Zwei Beispiele aus unseren Referenzen: hoensch-klima.de (Kälte, Klima und Wärmepumpen, Moers) zeigt einen Showroom und den Ablauf eines Projekts in vier Schritten, Telefon und WhatsApp sind direkt anklickbar. casaderose.de (Erlebnisgastronomie, Frankfurt) führt durch das, was Gäste suchen, vom Tag bis in die Nacht und zu besonderen Anlässen. In beiden Fällen sieht der Besucher, was ihn erwartet, bevor er anruft.
Team: Gesichter mit Vornamen
Zeigen Sie die Menschen, die beim Kunden vor der Tür stehen oder am Telefon abnehmen. Pro Person ein Foto, Vorname, Funktion und ein Satz dazu, wofür man sie anruft. Die Inhaberin oder der Inhaber gehört dazu.
- Wer erkennbar abgebildet wird, muss einverstanden sein. Wechselt jemand den Betrieb, nehmen Sie das Foto herunter.
- Stockfotos von Menschen, die nicht bei Ihnen arbeiten, sind das Gegenteil eines Beweises. Haben Sie noch keine Teamfotos, zeigen Sie Arbeitsbilder. Tipps dazu im Beitrag Fotos für die Firmenwebsite.
- Gleiches Licht, gleicher Hintergrund, Blick auf Augenhöhe: Einheitliche Porträts wirken ruhiger als bunt gemischte Schnappschüsse.
Bewertungen ehrlich einbinden
Bewertungen sind stark, weil sie von Fremden stammen. Diese Wirkung geht verloren, wenn der Besucher merkt, dass nachgeholfen wurde.
- Verlinken Sie Ihr Google-Profil und zeigen Sie Auszüge wörtlich, mit Quelle und Vorname. Ändern Sie den Wortlaut nicht.
- Kaufen Sie keine Bewertungen, schreiben Sie keine selbst und bitten Sie nicht gezielt die zufriedenen Kunden um eine Bewertung. Das widerspricht den Regeln der Plattformen und kann als irreführende Werbung gelten.
- Bitten Sie nach jedem Auftrag alle Kunden um eine Bewertung, mit direktem Link. Wie das gelingt, steht im Beitrag Google-Bewertungen erhalten.
- Antworten Sie auf kritische Bewertungen sachlich und ohne Rechtfertigung. Wie Sie mit Kritik umgehen, sagt dem Leser oft mehr als das fünfte Lob.
Gesundheitsberufe haben strengere Werberegeln. Kundenstimmen, Vorher-Nachher-Bilder und Aussagen zu Behandlungserfolgen können eingeschränkt sein, Heilversprechen gehören nicht auf die Seite. Fragen Sie im Zweifel Ihren Berufsverband oder die kantonale Behörde.
Klare Kontaktangaben: die Checkliste
Ein Betrieb, den man nicht erreicht, wirkt nicht wie ein Betrieb. Prüfen Sie:
- Der Firmenname steht so da, wie er auf Rechnungen und im Handelsregister steht.
- Strasse, Postleitzahl und Ort eines echten Standorts sind genannt, dazu eine Karte.
- Die Telefonnummer steht oben auf jeder Seite, ist anklickbar und hat Zeiten daneben.
- Die E-Mail-Adresse gehört zu Ihrer Domain und nicht zu einem privaten Gratis-Konto (E-Mail mit eigener Domain).
- Eine Ansprechperson ist mit Namen genannt.
- Ein Impressum ist aus der Fusszeile jeder Seite erreichbar. Für Online-Shops schreibt das Gesetz Angaben zu Identität und Kontaktadresse vor, Details im Beitrag Impressumspflicht in der Schweiz.
- Name, Adresse und Telefonnummer sind auf Website, Google-Unternehmensprofil und Verzeichnissen Zeichen für Zeichen gleich.
Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Wenn Sie Ihre Referenzen zeigen möchten
Edelweiss vermittelt Ihr Vorhaben an eine Agentur, die dazu passt. Für Sie ist das kostenlos, bezahlt werden wir von den Agenturen. Sie können Ihr Vorhaben in sechs Fragen beschreiben. Weitere Beiträge finden Sie in der Ratgeber-Übersicht.
Häufige Fragen
Reichen Google-Bewertungen als Vertrauensbeweis?
Sie sind ein starker Baustein, weil Fremde sie geschrieben haben. Ergänzen Sie sie mit Projekten, Teamfotos und klaren Kontaktangaben, damit der Besucher mehrere Dinge prüfen kann.
Darf ich Kundenzitate ohne Nachfrage zeigen?
Fragen Sie vorher, das ist höflich und vermeidet Ärger. Bei Zitaten aus privaten Nachrichten oder E-Mails holen Sie die Erlaubnis immer ein. Auszüge aus öffentlichen Google-Bewertungen zeigen Sie wörtlich und mit Quelle.
Was kann ich tun, wenn ich noch keine Referenzen habe?
Zeigen Sie, wie Sie arbeiten: Ablauf, Werkstatt, Werkzeug, Ausbildung und, falls vorhanden, die Mitgliedschaft in einem Verband. Bitten Sie die ersten Kunden um eine Bewertung. Erfinden Sie nichts, das fällt auf und schadet mehr, als es nützt.
Brauche ich Zertifikate und Siegel?
Nur echte, mit Hinweis auf den Aussteller und wenn möglich mit Link zur Quelle. Siegel, die Sie nicht belegen können, schaden der Glaubwürdigkeit der ganzen Seite.