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Hosting für die Firmenwebsite: Worauf Sie achten sollten

Gutes Hosting erkennen Sie an klarem Standort und Datenschutz, getesteten Sicherungen, einem automatischen Zertifikat und erreichbarem Support. Stellen Sie dem Anbieter die Fragen dieses Artikels, bevor Sie unterschreiben.

Technik · 4 Min. Lesezeit · Stand 17.10.2026

Was Hosting ist und welche Arten es gibt

Hosting heisst: Ein Anbieter stellt Speicherplatz und Rechenleistung bereit, damit Ihre Website rund um die Uhr erreichbar ist. Für KMU begegnen Ihnen vor allem vier Varianten:

  • Hosting im Baukasten: Der Anbieter des Baukastens betreibt Ihre Seite gleich mit. Das ist bequem, aber die Seite lässt sich oft nicht einfach mitnehmen.
  • Shared Hosting: Viele Websites teilen sich einen Server. Das ist bei kleinen Firmenseiten üblich.
  • Managed Hosting: Der Anbieter kümmert sich auch um die Technik der Seite, zum Beispiel um WordPress.
  • Eigener Server: Die Technik liegt bei Ihnen oder Ihrem Dienstleister. Für eine Firmenwebsite ist das selten nötig.

Welche Variante passt, hängt vom Aufbau Ihrer Seite ab. Eine Seite aus fertigen Dateien stellt kleine Ansprüche, WordPress mit vielen Plugins mehr. Mehr dazu in Baukasten, WordPress oder individuell.

Standort und Datenschutz

Auf dem Server liegen Ihre Seiten, aber auch Protokolle mit den Adressen der Besucher, Formulareingaben und oft E-Mails. Darum zählt, wo der Server steht und wer Zugriff hat.

  • Standort des Rechenzentrums: Schweiz, EU oder anderswo? Fragen Sie nach dem Land und nicht allein nach der Firma. Ein Anbieter mit Schweizer Adresse kann Server im Ausland nutzen.
  • Auftragsbearbeitung: Der Hoster bearbeitet Personendaten in Ihrem Auftrag. Seriöse Anbieter stellen dafür Bedingungen oder einen Vertrag bereit und nennen ihre Unterauftragnehmer.
  • Datenschutzerklärung: Das revidierte Datenschutzgesetz (nDSG, seit September 2023 in Kraft) verlangt unter anderem, dass Sie offenlegen, wenn Personendaten ins Ausland gelangen. Der Hosting-Standort gehört in diese Überlegung. Mehr dazu in Datenschutzerklärung nach nDSG.

Ein Standort in der Schweiz vereinfacht diese Fragen. Für eine normale Firmenwebsite ist er aber keine Pflicht, und er ersetzt die Datenschutzerklärung nicht. Bei Berufen mit Schweigepflicht, etwa in der Treuhand oder im Gesundheitswesen, lohnt sich eine genauere Prüfung. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Sicherungen, Zertifikat und Zugänge

Sicherungen

Eine Sicherung (Backup) ist die Kopie, mit der Sie Ihre Seite nach einem Fehler, einem Angriff oder einer versehentlichen Löschung zurückholen. Wichtig ist nicht, dass es eine Sicherung gibt, sondern dass sich damit wirklich etwas zurückholen lässt. Fragen Sie:

  • Wie oft wird gesichert, und wie lange werden die Kopien aufbewahrt?
  • Liegen die Kopien an einem anderen Ort als die Seite? Eine Sicherung auf demselben Server geht mit dem Server verloren.
  • Wer stellt wieder her, wie schnell, und wird das extra verrechnet?
  • Wurde eine Wiederherstellung schon einmal getestet?

Legen Sie zusätzlich in regelmässigen Abständen eine eigene Kopie ab, selbst oder mit Ihrem Webdesigner. Eine Sicherung, die nie zurückgespielt wurde, ist eine Annahme und kein Schutz.

Zertifikat und Sicherheit

Das HTTPS-Zertifikat verschlüsselt die Verbindung. Läuft es ab, zeigt der Browser den Besuchern eine Warnung, bevor sie Ihre Seite sehen. Fragen Sie, ob das Zertifikat im Paket enthalten ist und automatisch erneuert wird. Viele Anbieter erledigen das selbst. Ein Klick auf das Schloss neben der Adresse zeigt das Ablaufdatum. Läuft Ihre Seite mit WordPress, muss der Server zudem eine aktuelle PHP-Version anbieten. Mehr zum Schutz der Seite: Website-Sicherheit.

Zugänge

Das Kundenkonto beim Hoster gehört auf den Namen Ihrer Firma, mit Zwei-Faktor-Anmeldung. Ihr Webdesigner erhält einen eigenen Benutzer. Wie bei der Domain gilt: Wer den Zugang besitzt, bestimmt. Die Domain verwalten Sie am besten getrennt vom Hosting, wie in Domain registrieren und verwalten beschrieben.

Support und Vertrag

  • Wie erreichen Sie den Support: Telefon, E-Mail oder nur ein Ticketsystem? In welcher Sprache?
  • Welche Reaktionszeit wird schriftlich zugesagt, und was gilt ausserhalb der Bürozeiten?
  • Wie lang sind Laufzeit und Kündigungsfrist?
  • Können Sie bei der Kündigung alle Daten in einem gängigen Format mitnehmen?
  • Nennt der Vertrag eine Verfügbarkeit, und was gilt bei einem Ausfall?
  • Wie sind Preisänderungen geregelt?

So vergleichen Sie Anbieter: Ablauf

  1. Schreiben Sie auf, was die Seite braucht: WordPress oder fertige Dateien, Anzahl der E-Mail-Postfächer, Formulare, Shop oder Buchung.
  2. Schreiben Sie zwei bis drei Anbieter mit denselben Fragen an.
  3. Verlangen Sie die Antworten schriftlich.
  4. Legen Sie Standort, Auftragsbearbeitung, Sicherungen, Zertifikat, Support und Ausstieg nebeneinander.
  5. Lesen Sie das Kleingedruckte: AGB, Laufzeit, Kündigung.
  6. Bitten Sie Ihren Webdesigner um eine Einschätzung, ob die Technik zu Ihrer Seite passt.
  7. Vor dem Umzug: Sicherung der alten Seite anlegen, in einer ruhigen Zeit wechseln, danach Website, Formular und E-Mails testen.

Hosting als Teil einer neuen Website

Wenn Sie ohnehin über eine neue Website nachdenken, planen Sie das Hosting gleich mit. Der kostenlose Website-Check zeigt, wo Ihre jetzige Seite steht. Edelweiss vermittelt Ihr Vorhaben an eine Agentur, die dazu passt. Für Sie ist das kostenlos, bezahlt werden wir von den Agenturen. Sie können Ihr Vorhaben in sechs Fragen beschreiben. Weitere Beiträge finden Sie in der Ratgeber-Übersicht.

Häufige Fragen

Muss mein Hosting in der Schweiz sein?

Für eine normale Firmenwebsite gibt es keine allgemeine Pflicht dazu. Ein Standort in der Schweiz macht die Angaben in der Datenschutzerklärung einfacher. Ausserhalb der Schweiz müssen Sie genauer hinschauen und den Standort offenlegen. Bei Berufen mit Schweigepflicht lohnt sich eine genauere Abklärung.

Reicht ein Baukasten mit eingebautem Hosting?

Für eine einfache Seite oft ja. Bedenken Sie aber, dass sich die Seite später nur eingeschränkt zu einem anderen Anbieter mitnehmen lässt. Fragen Sie vor dem Start, welche Daten Sie bei einem Ausstieg erhalten.

Wie merke ich, dass mein Hoster ein Problem hat?

Es gibt Überwachungsdienste, die die Erreichbarkeit Ihrer Seite regelmässig prüfen und bei einem Ausfall eine E-Mail senden. Prüfen Sie zusätzlich selbst einmal im Monat, ob die Seite und das Formular funktionieren.

Wann lohnt sich ein Wechsel des Hosters?

Wenn die Seite wiederholt ausfällt, der Support nicht antwortet, Sicherungen fehlen oder die Technik veraltet ist. Wechseln Sie geplant und nicht mitten in einer Störung.