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Mehrsprachige Website erstellen: so gelingt der Auftritt in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch

Eine mehrsprachige Website erstellen Sie am sichersten mit einer Domain, je einem Ordner pro Sprache, vollständig übersetzten Seiten und einer sauberen Sprachkennzeichnung für Google (hreflang). Entscheidend ist, dass jede Sprache so gepflegt wird, als wäre sie die einzige.

Technik · 5 Min. Lesezeit · Stand 4.11.2026 · von Luis Huwyler, Cavaler Media GmbH

Warum Sprache eine Frage der Wertschätzung ist

Eine mehrsprachige Website erstellen viele Betriebe, weil sie Kundschaft jenseits der Sprachgrenze gewinnen möchten. Der tiefere Grund ist aber oft ein anderer: Man möchte, dass sich eine Kundin aus Freiburg, ein Hotelgast aus dem Tessin oder ein Geschäftspartner aus dem Ausland willkommen fühlt. Wer eine Seite in seiner eigenen Sprache liest, spürt, dass der Betrieb an ihn gedacht hat.

Genau deshalb wirkt eine halbherzige Übersetzung schlechter als gar keine. Ein holpriger französischer Text sagt dem Leser: Sie sind uns nicht ganz so wichtig. Bevor es um Technik geht, lohnt sich deshalb eine ehrliche Frage: Welche Sprachen sprechen Ihre Kundinnen und Kunden wirklich, und für welche können Sie die Texte dauerhaft pflegen?

Für viele Betriebe in der Deutschschweiz lautet die Antwort Deutsch und eine zweite Sprache. Eine Bäckerei im Kanton Zürich braucht selten vier Sprachen. Ein Hotel im Berner Oberland, ein Treuhandbüro in Biel oder ein Handwerksbetrieb an der Sprachgrenze dagegen schon eher. Starten Sie lieber mit zwei gut gepflegten Sprachen als mit vier, von denen zwei veralten.

Der Aufbau: eine Domain, ein Ordner je Sprache

Für die Adressen einer mehrsprachigen Website gibt es drei übliche Wege:

  • Ordner auf einer Domain: zum Beispiel ihrbetrieb.ch für Deutsch, ihrbetrieb.ch/fr/ für Französisch, ihrbetrieb.ch/it/ für Italienisch und ihrbetrieb.ch/en/ für Englisch.
  • Unterdomains: etwa fr.ihrbetrieb.ch.
  • Eigene Domains je Sprache: zum Beispiel eine zweite Domain mit französischem Namen.

Für die meisten Schweizer KMU ist der erste Weg der einfachste. Sie verwalten eine Domain, ein Hosting und ein Sicherheitszertifikat. Alle Sprachen profitieren davon, wenn andere Seiten auf Ihre Website verlinken. Eigene Domains lohnen sich vor allem dann, wenn Ihr Betrieb in einer Sprachregion unter einem anderen Namen auftritt. Wie Sie eine Domain sicher auf Ihren Namen registrieren, steht im Beitrag Domain registrieren in der Schweiz.

Wichtig ist auch der Sprachumschalter. Er gehört gut sichtbar in den Kopf der Seite und führt auf die gleiche Seite in der anderen Sprache, nicht zurück zur Startseite. Beschriften Sie ihn mit dem Namen der Sprache in der Sprache selbst: Deutsch, Français, Italiano, English. Flaggen sind ungeeignet, denn eine Schweizer Flagge sagt nichts über die Sprache aus.

Leiten Sie Besucher nicht automatisch nach Browsersprache oder Standort um, ohne dass sie wechseln können. Eine Deutschschweizerin in den Ferien in Italien möchte trotzdem die deutsche Seite sehen. Auch Google sieht Ihre Seiten sonst womöglich nicht vollständig.

Übersetzung statt Maschinenrest

Maschinelle Übersetzung ist heute ein brauchbares Werkzeug für einen ersten Wurf. Als fertiger Text auf einer Firmenwebsite genügt sie selten. Typische Spuren sind Fachbegriffe, die im Schweizer Alltag anders heissen, falsche Anredeformen, wörtlich übersetzte Redewendungen und Knöpfe, die in einer Sprache übersetzt sind und in der anderen nicht.

Gehen Sie so vor:

  1. Deutsche Texte zuerst fertig schreiben. Eine Übersetzung kann nur so klar sein wie das Original.
  2. Übersetzen lassen oder selbst übersetzen. Ob Mensch oder Maschine den ersten Wurf macht, ist zweitrangig.
  3. Von einer Person mit dieser Muttersprache gegenlesen lassen. Idealerweise kennt sie Ihre Branche und die regionale Ausdrucksweise, etwa Westschweizer oder Tessiner Gepflogenheiten.
  4. Alles übersetzen, was Besucher sehen: Menü, Knöpfe, Formularfelder, Fehlermeldungen, Bestätigungsmails, Bildbeschreibungen, Seitentitel und Beschreibungen für Google.
  5. Rechtstexte nicht vergessen. Impressum und Datenschutzerklärung gehören in jede Sprache. Mehr dazu im Beitrag Datenschutzerklärung nach nDSG. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Eine Sprache, die erst teilweise fertig ist, schalten Sie besser noch nicht auf. Sie können sie vorbereiten und für Suchmaschinen gesperrt lassen (noindex), bis das Gegenlesen abgeschlossen ist.

Hreflang einfach erklärt

Google zeigt in der Regel die Sprachversion an, die zur Suche passt. Damit das zuverlässig klappt, sagen Sie Google mit einer kleinen Angabe im Quelltext jeder Seite, welche anderen Sprachfassungen es gibt. Diese Angabe heisst hreflang.

Stellen Sie sich das wie ein Schild am Eingang vor: «Diese Seite gibt es auch auf Französisch, hier entlang.» Jede Sprachfassung trägt dasselbe Schild mit allen Fassungen, auch mit sich selbst.

Worauf es ankommt:

  • Jede Seite nennt alle Fassungen, auch sich selbst. Die deutsche Seite verweist auf Deutsch, Französisch und Englisch, die französische ebenso.
  • Die Verweise müssen gegenseitig sein. Zeigt die deutsche Seite auf die französische, muss die französische zurückzeigen. Sonst kann Google die Angabe ignorieren.
  • Richtige Sprachcodes verwenden: de, fr, it, en. Mit Region zum Beispiel de-CH oder fr-CH. Die Sprache steht immer zuerst.
  • Eine Rückfallfassung bestimmen (x-default), die angezeigt wird, wenn keine Sprache passt. Oft ist das die englische Seite oder eine Sprachauswahl.
  • Nur Seiten verknüpfen, die wirklich übersetzt und öffentlich sind. Eine gesperrte Sprachfassung gehört nicht in die Liste.

Hreflang ist ein Hinweis an Google, keine Garantie für eine bestimmte Anzeige. Die offizielle Erklärung finden Sie bei Google unter Lokalisierte Versionen Ihrer Seiten. Bei einem guten Baukasten oder einem sauberen Content-Management-System entsteht die Angabe automatisch, Sie müssen sie dann nur einmal prüfen.

Pflege: jede Sprache gleich behandeln

Die grösste Gefahr einer mehrsprachigen Website ist nicht der Start, sondern das zweite Jahr. Die deutschen Öffnungszeiten werden angepasst, die französischen bleiben stehen. Eine neue Leistung erscheint nur auf Deutsch. Nach einiger Zeit erzählen die Sprachfassungen verschiedene Geschichten.

Diese Gewohnheiten helfen:

  • Jede Änderung in allen Sprachen gleichzeitig machen, auch wenn es nur eine Telefonnummer ist.
  • Eine Liste der übersetzten Seiten führen mit dem Datum der letzten Anpassung je Sprache.
  • Jemanden für das Gegenlesen festlegen, damit neue Texte nicht ungeprüft online gehen.
  • Formulare in jeder Sprache testen. Kommt die Anfrage an, und erhält der Absender eine Bestätigung in seiner Sprache?
  • Einmal im Jahr alle Fassungen durchklicken und nach Resten in der falschen Sprache suchen.

Wenn Sie wissen möchten, was zur laufenden Pflege einer Website sonst noch gehört, lesen Sie den Beitrag Website-Pflege.

Ihr Auftritt in mehreren Sprachen, Schritt für Schritt

Am besten beginnen Sie mit der Sprache, in der Ihr Betrieb zu Hause ist, und sehen, wie sich der Auftritt anfühlt. Edelweiss Webdesign, ein Angebot der Cavaler Media GmbH mit Sitz in Küssnacht am Rigi, erstellt Ihnen einen kostenlosen, unverbindlichen Entwurf Ihrer neuen Startseite. Die Texte entstehen aus einem Fragebogen. Entscheiden Sie sich danach für uns, erhalten Sie den ersten Entwurf an Werktagen 48 Stunden nach der Anzahlung, und wir überarbeiten im vereinbarten Umfang, bis Ihnen die Website gefällt. Welche weiteren Sprachen dazukommen, besprechen wir gemeinsam.

Häufige Fragen

Brauche ich für jede Sprache eine eigene Domain?

Nein. Für die meisten KMU ist eine Domain mit einem Ordner je Sprache die einfachste Lösung. Eigene Domains lohnen sich vor allem, wenn Ihr Betrieb in einer Sprachregion unter einem anderen Namen bekannt ist.

Reicht eine automatische Übersetzung?

Als Entwurf ja, als fertiger Text selten. Lassen Sie jede Sprache von einer Person mit dieser Muttersprache gegenlesen, bevor sie öffentlich wird. Achten Sie auch auf Menü, Knöpfe und Formulare.

Was passiert ohne hreflang?

Google kann Ihre Sprachfassungen trotzdem finden, ordnet sie aber womöglich weniger zuverlässig zu. Dann sieht etwa eine Suchende aus Lausanne die deutsche Seite. Mit hreflang geben Sie Google einen klaren Hinweis.

Muss ich alle Seiten übersetzen?

Nicht zwingend, aber jede übersetzte Seite sollte vollständig sein. Sie können mit den wichtigsten Seiten beginnen, etwa Startseite, Leistungen und Kontakt, und weitere Seiten später ergänzen. Verweisen Sie mit hreflang nur auf Seiten, die es in der anderen Sprache tatsächlich gibt.