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Website für Handwerker: Woran Hausbesitzer und Bauherren erkennen, ob sie bei Ihnen anrufen

Bevor jemand einen Handwerksbetrieb anruft, klärt er auf der Website vier Fragen: Macht der Betrieb diese Arbeit, kommt er zu mir, ist er seriös und wie komme ich zu einer Offerte? Eine gute Handwerker-Website beantwortet alle vier, ohne dass der Besucher suchen muss.

Branchen · 5 Min. Lesezeit · Stand 17.10.2026

Was ein Hausbesitzer prüft, bevor er zum Telefon greift

Stellen Sie sich einen Hausbesitzer im Kanton Aargau vor, bei dem im Bad der Boden nachgibt. Er sucht auf dem Handy nach einem Betrieb, öffnet drei Websites und ruft den an, der ihm am glaubwürdigsten vorkommt. Preise kann er noch nicht vergleichen, denn eine Offerte gibt es erst nach dem Anruf. Also vergleicht er, was er sehen kann.

Vier Fragen entscheiden, ob er bei Ihnen anruft:

  1. Macht der Betrieb genau diese Arbeit? Er sucht seine Aufgabe beim Namen, zum Beispiel «Bad sanieren» oder «Dachfenster ersetzen», nicht Ihre Berufsbezeichnung.
  2. Arbeitet er bei mir in der Gegend? Steht kein Einzugsgebiet da, rechnet der Besucher mit einer zu weiten Anfahrt.
  3. Gibt es den Betrieb wirklich, und kann er das? Er sucht Fotos echter Arbeiten, eine Adresse und Gesichter.
  4. Wie komme ich zu einer Offerte? Er will wissen, ob er anrufen oder schreiben kann und was danach geschieht.

Beantwortet Ihre Website diese Fragen auf der Startseite und beim ersten Scrollen, ist der grösste Teil erledigt. Der Rest ist Feinarbeit.

Die Startseite: Leistung, Ort und Telefonnummer ohne Suchen

Der obere Teil der Startseite braucht drei Angaben: was Sie machen, wo Sie arbeiten und wie man Sie erreicht. «Ihr Partner für Qualität am Bau» sagt nichts. «Sanitär- und Heizungsinstallationen im Raum Olten» sagt alles.

  • Leistung und Ort in der Hauptüberschrift, zum Beispiel «Maler und Gipser in Sursee und Umgebung».
  • Die Telefonnummer als Link, damit ein Fingertipp auf dem Handy den Anruf startet, dazu die Zeiten, in denen jemand abnimmt.
  • Ein klarer Knopf zur Offerte, der auf jeder Seite am gleichen Ort steht.
  • Ein echtes Foto, am besten von einer Arbeit oder vom Team. Ein Bild aus einer Bilddatenbank mit Helm und Handschlag erkennen Kunden sofort als Platzhalter.

Name, Adresse und Telefonnummer schreiben Sie überall gleich: auf der Website, im Google-Unternehmensprofil und in den Branchenverzeichnissen. Wie Sie das Profil einrichten, erklärt der Beitrag Google-Unternehmensprofil einrichten.

Eine Seite pro Leistung statt einer langen Aufzählung

Viele Betriebe führen ihr Angebot in einer Zeile auf: «Umbauten, Renovationen, Sanierungen, Reparaturen». Für Besucher und für Suchmaschinen ist das zu grob. Wer «Küche ersetzen» sucht, möchte eine Seite finden, die genau davon handelt.

Bauen Sie für jede Kernleistung eine eigene Seite. Sie enthält:

  1. Umfang: Was gehört zur Arbeit, was nicht?
  2. Ablauf: Wie geht es von der Besichtigung bis zur Übergabe?
  3. Kostentreiber: Wovon hängt der Aufwand ab, zum Beispiel von der Grösse, dem Zustand des Untergrunds, dem Material und der Zugänglichkeit? Eine Zahl braucht es nicht, die verbindliche Offerte folgt nach der Besichtigung.
  4. Zwei bis drei Referenzfotos mit je einer kurzen Beschreibung.
  5. Den Weg zur Offerte.

Schreiben Sie nicht dieselbe Seite für jede Gemeinde mit ausgetauschtem Ortsnamen. Ergibt der Text auch mit einem anderen Ort noch Sinn, hat er für den Besucher keinen Wert. Nennen Sie das Einzugsgebiet stattdessen einmal klar, mit den Gemeinden, in denen Sie tatsächlich arbeiten. Mehr dazu im Beitrag Lokale SEO in der Deutschschweiz.

Referenzen: Echte Arbeit zeigen, Kunden respektieren

Fotos eigener Arbeiten überzeugen mehr als jeder Text. Eine brauchbare Referenz besteht aus:

  • einem Foto des Ergebnisses und, wo es sich lohnt, einem vom Zustand davor
  • einer Zeile zur Aufgabe, zum Beispiel «Bad in einem Reihenhaus saniert, die Bewohner blieben im Haus»
  • Gemeinde, Zeitraum und den wichtigsten Materialien

Holen Sie vor der Veröffentlichung das Einverständnis der Bauherrschaft ein. Hausnummern, Autokennzeichen und erkennbare Personen gehören nur aufs Bild, wenn alle zugestimmt haben. Wie Sie auf der Baustelle mit dem Handy brauchbare Bilder machen, zeigt der Beitrag Fotos für die Firmenwebsite.

Bei den Bewertungen gilt: Bitten Sie Kunden um eine Google-Bewertung, ohne vorzusortieren, und antworten Sie auch auf kritische Rückmeldungen sachlich. Gekaufte oder ausgewählte Bewertungen sind unehrlich und ein Risiko für Ihren Ruf.

Vom Besuch zur Offerte: Den Ablauf zeigen

Viele Besucher zögern, weil sie nicht wissen, was nach der Anfrage geschieht. Zeigen Sie es in vier kurzen Schritten direkt neben dem Formular:

  1. Sie melden sich per Telefon oder Formular.
  2. Der Betrieb ruft zurück. Nennen Sie hier nur eine Frist, die Sie wirklich einhalten.
  3. Sie vereinbaren eine Besichtigung vor Ort.
  4. Sie erhalten die schriftliche Offerte.

Das Formular fragt nur, was Sie für eine erste Einschätzung brauchen: Name, Telefonnummer, Ort, Art der Arbeit, ein bis drei Fotos und den Wunschzeitraum. Jedes zusätzliche Pflichtfeld ist eine Hürde. Weitere Beispiele finden Sie im Beitrag Kontaktformular optimieren.

Ein Impressum mit Firmenname, Adresse und Kontakt gehört zu einer seriösen Firmenwebsite. Wer über ein Formular Personendaten entgegennimmt, informiert darüber in einer Datenschutzerklärung. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Ihre Handwerker-Website prüfen oder neu aufbauen lassen

Wenn Sie wissen möchten, wo Ihre jetzige Website steht, nutzen Sie den kostenlosen Website-Check. Edelweiss vermittelt Ihr Vorhaben an eine Agentur, die dazu passt. Für Sie ist das kostenlos, bezahlt werden wir von den Agenturen. Sie können Ihr Vorhaben in sechs Fragen beschreiben. Weitere Beiträge finden Sie in der Ratgeber-Übersicht.

Häufige Fragen

Braucht ein kleiner Handwerksbetrieb überhaupt eine eigene Website?

Kunden prüfen einen Betrieb im Internet, bevor sie anrufen, auch wenn sie ihn durch eine Empfehlung kennen. Eine eigene Website bestätigt, dass es Sie gibt, zeigt Ihre Arbeit und nennt Telefonnummer und Einzugsgebiet. Ein Eintrag im Google-Unternehmensprofil allein reicht dafür selten, weil dort der Platz für Referenzen und Erklärungen fehlt.

Wie viele Seiten braucht die Website eines Handwerksbetriebs?

Das hängt von Ihrem Angebot ab. Meist genügen eine Startseite, je eine Seite pro Kernleistung, eine Referenzseite, eine Seite über den Betrieb sowie Kontakt, Impressum und Datenschutz. Bieten Sie nur eine einzige Leistung an, kann auch eine einzelne, gut gegliederte Seite reichen.

Muss ich Preise auf die Website schreiben?

Nein. Erklären Sie lieber, wovon der Aufwand abhängt, und zeigen Sie den Weg zur Offerte. So weiss der Besucher, womit er rechnen muss, und die verbindliche Zahl nennen Sie nach der Besichtigung.

Wie schnell sollte ich auf eine Anfrage antworten?

So schnell, wie Sie es tatsächlich schaffen. Wer am selben oder am nächsten Arbeitstag zurückruft, hebt sich von Betrieben ab, die tagelang schweigen. Schreiben Sie auf die Website nur eine Frist, die Sie auch einhalten.