Website erstellen lassen als Schweizer KMU, Schritt für Schritt von der Idee zur Aufschaltung
Wer eine Website erstellen lässt, legt Ziel, Inhalte und Rahmen fest, und ein Webdesigner baut daraus die Seite. Der Weg von der Idee bis zur Aufschaltung umfasst sieben Schritte, und Verzögerungen entstehen häufiger beim Besorgen von Texten und Fotos als beim Bauen.
Zuerst klären: Wozu soll die Website dienen?
Bevor jemand ein Layout zeichnet, braucht es einen Satz, der das Ziel beschreibt. «Die Website soll Anfragen für Küchen und Innenausbau bringen» ist ein Ziel. «Wir brauchen eine moderne Website» ist keines, denn daran lässt sich später nichts messen.
Nehmen Sie eine Schreinerei im Kanton Luzern. Sie lebt von Empfehlungen, und wer von ihr hört, schaut vor dem Anruf kurz im Internet nach. Die Website muss in wenigen Sekunden drei Fragen beantworten: Was bietet der Betrieb an, wo arbeitet er, und wie erreiche ich jemanden? Ein Restaurant braucht andere Antworten, nämlich Öffnungszeiten, Lage, Speisekarte und eine Möglichkeit zu reservieren. Wer sein Ziel kennt, kann jede spätere Frage im Projekt daran prüfen, etwa ob ein Blog oder eine Bildergalerie wirklich nötig ist.
Halten Sie auch fest, wer die Seite lesen soll. Privatkunden aus der Gemeinde suchen anders als der Einkäufer eines Industriebetriebs, und beide erwarten andere Informationen.
Diese Entscheide fallen vor der Offerte
Ein Anbieter kann nur dann eine verbindliche Offerte schreiben, wenn er weiss, was gebaut werden soll. Klären Sie deshalb vorab:
- Umfang: Genügt eine Seite, oder braucht jede Leistung eine eigene? Hilfe dazu bietet der Beitrag Onepager oder mehrere Seiten.
- Texte und Fotos: Wer schreibt die Texte, wer liefert die Bilder? Das ist der häufigste Streitpunkt und der grösste Zeitfaktor.
- Funktionen: Reicht ein Kontaktformular, oder sollen Gäste reservieren, Termine buchen oder bestellen können?
- Domain und E-Mail: Gibt es schon eine Adresse wie ihrefirma.ch, und bei wem ist sie registriert? Die Domain sollte auf Ihren Namen laufen, und die Zugangsdaten gehören in Ihre Hand.
- Pflege: Wer ändert nach der Aufschaltung Öffnungszeiten, Team und Angebot, Sie selbst oder der Anbieter?
- Ansprechperson: Eine Person im Betrieb entscheidet und sammelt die Rückmeldungen. Mehrere Entscheider verlängern fast jedes Projekt.
Wie diese Punkte die Kosten beeinflussen, erklärt der Beitrag Was kostet eine Website. Eine Zahl finden Sie dort nicht, dafür die Treiber, auf die es ankommt.
Der Ablauf in sieben Schritten
- Briefing schreiben. Ziel, Zielgruppe, Angebot und Wünsche in Stichworten. Eine Vorlage finden Sie unter Website-Briefing-Vorlage.
- Offerten einholen. Fragen Sie bei zwei oder drei Anbietern mit demselben Briefing an und vergleichen Sie, was jeweils genau enthalten ist.
- Beauftragen. Halten Sie Leistungen, Termine, Korrekturrunden und die Rechte an Texten und Bildern schriftlich fest.
- Texte und Fotos besorgen. Ohne echte Inhalte bleibt jeder Entwurf ein Gerüst. Planen Sie dafür eigene Zeit ein.
- Entwurf ansehen. Prüfen Sie die Startseite zuerst, am Computer und auf dem Handy. Sehen Sie innert Sekunden, was der Betrieb macht und wie man ihn erreicht?
- Korrekturen sammeln. Geben Sie Rückmeldungen gebündelt als eine Liste ab, nicht einzeln über mehrere Tage. Das spart Runden.
- Prüfen und aufschalten. Schicken Sie über das Kontaktformular eine echte Testnachricht, tippen Sie die Telefonnummer an und lesen Sie Impressum und Datenschutzerklärung. Erst danach wird Ihre Domain mit der neuen Seite verbunden.
Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden
- Die Texte kommen zu spät. Wer Texte erst nach dem Entwurf sucht, hält das ganze Projekt auf. Beginnen Sie damit gleich nach der Beauftragung.
- Fotos aus dem Internet. Bilder von anderen Websites oder aus einer Bildersuche sind nicht automatisch frei verwendbar. Eigene Aufnahmen von Team, Werkstatt oder Lokal wirken zudem glaubwürdiger.
- Die Domain liegt beim Anbieter. Ist der Webdesigner als Inhaber eingetragen, hängt Ihr Auftritt von seinem guten Willen ab. Fragen Sie nach, auf wen die Domain lautet.
- Das Formular wurde nie getestet. Prüfen Sie, ob die Testnachricht in der richtigen Mailbox ankommt, auch im Spam-Ordner.
- Rechtliches fehlt. Auf eine Firmenwebsite gehören klare Angaben zum Betreiber (Impressum) und eine Datenschutzerklärung, sobald Personendaten bearbeitet werden, zum Beispiel über ein Kontaktformular. Informationen dazu stellt der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte bereit. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Was nach der Aufschaltung kommt
Mit der Aufschaltung ist die Arbeit nicht zu Ende. Tragen Sie die neue Adresse in Ihr Google-Unternehmensprofil ein und ersetzen Sie die alte bei nächster Gelegenheit auf Mailsignaturen, Visitenkarten und Fahrzeugbeschriftungen. Beantworten Sie jede Anfrage rasch, denn die beste Website hilft wenig, wenn der Rückruf Tage dauert.
Klicken Sie alle paar Monate selbst durch die Seite. Stimmen Telefonnummer, Öffnungszeiten und Team noch? Veraltete Angaben wirken unseriös. Klären Sie ausserdem mit dem Anbieter, wer Updates und Sicherungen übernimmt.
Der nächste Schritt, ohne Eile
Edelweiss vermittelt Ihr Vorhaben an eine Agentur, die dazu passt. Für Sie ist das kostenlos, bezahlt werden wir von den Agenturen. Sie können Ihr Vorhaben in sechs Fragen beschreiben.
Möchten Sie zuerst wissen, wo Ihre heutige Seite steht, nutzen Sie den kostenlosen Website-Check. Weitere Beiträge finden Sie in der Ratgeber-Übersicht.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis die Website online ist?
Das hängt weniger vom Bauen ab als von den Inhalten. Wer Texte und Fotos früh liefert und Rückmeldungen gebündelt gibt, ist schneller online. Einen verbindlichen Zeitplan nennt Ihnen der Anbieter in der Offerte.
Muss ich die Texte selbst schreiben?
Das ist Verhandlungssache und gehört in die Offerte. Manche Anbieter schreiben die Texte aus Ihren Antworten auf einen Fragebogen, andere erwarten fertige Texte von Ihnen. Klären Sie das vor dem Auftrag, denn es beeinflusst Aufwand und Zeitplan.
Gehört die Website nach der Fertigstellung mir?
Halten Sie in der Offerte schriftlich fest, wer Inhaber der Domain ist und wer die Nutzungsrechte an Texten, Bildern und Gestaltung hat. Bei einem Wechsel des Anbieters zeigt sich, ob das sauber geregelt war.
Ich habe schon eine Website. Was ist anders?
Dann spricht man von einem Relaunch, und dabei kommt es darauf an, dass bestehende Adressen und Inhalte nicht verloren gehen. Eine Checkliste dazu finden Sie im Beitrag Website-Relaunch-Checkliste.