Webagenturen vergleichen, ohne sich zu verzetteln
Drei Agenturen, drei völlig verschiedene Vorschläge, und keiner lässt sich mit dem anderen vergleichen. Das liegt fast nie an den Agenturen, sondern daran, dass alle drei eine andere Frage beantwortet haben.
Warum der Vergleich meistens schiefgeht
Wer drei Agenturen anschreibt und «wir brauchen eine neue Website» schreibt, bekommt drei verschiedene Lösungen: eine Agentur rechnet mit fünf Seiten und fertigen Texten, die zweite plant einen Fotografen ein, die dritte schlägt einen Onlineshop vor, weil sie «Produkte» gelesen hat. Alle drei haben sauber gearbeitet. Vergleichbar ist das trotzdem nicht.
Der Vergleich beginnt also nicht bei den Agenturen, sondern bei Ihnen. Erst wenn alle dieselbe Aufgabe bekommen, sagen die Unterschiede etwas aus.
Die Angaben, ohne die kein Vergleich funktioniert
Diese sechs Punkte braucht jede Agentur, bevor sie etwas Verbindliches sagen kann:
- Vorhaben: neue Website, bestehende Seite erneuern, Onlineshop, oder nur Pflege und Sichtbarkeit.
- Zeitrahmen: so schnell wie möglich, in ein bis drei Monaten, dieses Jahr, oder noch offen. Ein Termin, der mit einer Eröffnung oder einer Saison zusammenhängt, gehört dazu.
- Budgetrahmen: keine Zahl auf den Franken genau, aber die Grössenordnung. Ohne sie plant jede Agentur ins Blaue, und genau daraus entstehen Offerten, die man nicht nebeneinanderlegen kann.
- Entscheidungsweg: entscheiden Sie allein, zu zweit oder im Team. Das verändert den Ablauf stärker, als die meisten erwarten.
- Was Ihnen am wichtigsten ist: Preis, Gestaltung, Sichtbarkeit bei Google, persönliche Betreuung in der Nähe oder Technik. Nennen Sie eine Sache, nicht fünf.
- Inhalte: haben Sie Texte und Fotos, oder sollen sie entstehen. Das ist der Punkt, der Offerten am stärksten auseinandertreibt.
Schreiben Sie diese sechs Punkte einmal auf und schicken Sie allen dasselbe. Das ist die halbe Arbeit.
Woran Sie eine passende Agentur erkennen
Ob eine Agentur zu Ihnen passt, zeigt sich lange vor der Offerte:
- Sie fragt zurück. Wer sofort einen Preis nennt, ohne etwas über Ihren Betrieb zu wissen, hat entweder eine Standardlösung oder rät.
- Sie zeigt Arbeiten aus Ihrer Nähe oder Ihrer Branche. Nicht als Beweis für Qualität, sondern als Zeichen, dass sie Ihre Fragen schon einmal gehört hat.
- Sie redet über Inhalte, nicht nur über Gestaltung. Eine Website bringt Anfragen über Texte, Fotos und klare Wege, nicht über Effekte.
- Sie sagt, wem die Sache am Schluss gehört. Domain, Hosting, Zugänge und Inhalte gehören Ihnen. Wie das geregelt ist, sollte die Agentur von sich aus ansprechen, bevor Sie fragen müssen.
- Sie sagt auch Nein. Eine Agentur, die bei jedem Wunsch nickt, hat entweder keinen Plan oder kalkuliert die Korrekturen schon ein.
Was nichts aussagt: eine lange Kundenliste, Auszeichnungen und Zahlen zur Firmengrösse. Entscheidend ist, ob jemand Ihre Aufgabe versteht und sie zum vereinbarten Rahmen liefert.
Der Vergleich in fünf Schritten
- Aufgabe aufschreiben. Die sechs Angaben von oben, eine Seite reicht. Eine Vorlage dafür steht im Beitrag Website-Briefing Vorlage.
- Dieselbe Aufgabe an alle schicken. Wort für Wort gleich, sonst beginnt der Vergleich schon falsch.
- Gespräch führen, bevor Sie Zahlen lesen. Zwanzig Minuten am Telefon zeigen mehr als jedes Dokument.
- Offerten nebeneinanderlegen und Position für Position vergleichen, nicht Endsumme gegen Endsumme. Worauf Sie dabei achten, steht im Beitrag Offerte einer Webagentur prüfen.
- Eine Entscheidung treffen und den anderen absagen. Kurz, freundlich, mit Grund. Sie begegnen diesen Leuten in einem kleinen Markt wieder.
Was Sie beim Vergleich weglassen können
Zwei Dinge kosten viel Zeit und bringen wenig: der Preisvergleich ohne gleiche Grundlage und die Suche nach der «besten» Agentur. Es gibt keine beste Agentur, es gibt eine, die zu Ihrem Vorhaben, Ihrer Region und Ihrem Rahmen passt. Wer das akzeptiert, ist nach zwei Gesprächen fertig statt nach acht.
Wie der Aufwand überhaupt zustande kommt, erklärt der Beitrag Was kostet eine Website.
Wenn Sie den Vergleich nicht selbst machen wollen
Edelweiss vermittelt Ihr Vorhaben an eine Agentur, die dazu passt. Sie beschreiben Ihr Vorhaben in sechs Fragen, wir wählen aus und sagen Ihnen, welche Agentur es bekommt und warum. Passt keine, sagen wir das und geben nichts weiter. Für Sie ist das kostenlos, bezahlt werden wir von den Agenturen. Sie können Ihr Vorhaben in sechs Fragen beschreiben.
Weitere Beiträge finden Sie in der Ratgeber-Übersicht.
Häufige Fragen
Wie viele Agenturen soll ich anfragen?
Zwei bis drei genügen, wenn alle dieselbe Aufgabe bekommen. Mehr Anfragen bringen selten neue Erkenntnisse, kosten Sie aber jedes Mal ein Gespräch und eine Absage.
Soll ich den Budgetrahmen wirklich nennen?
Ja. Ohne Rahmen bekommen Sie entweder eine Offerte, die zu klein gedacht ist, oder eine, die Leistungen enthält, die Sie nicht brauchen. Mit Rahmen können Sie Vorschläge vergleichen, statt Zahlen zu raten.
Muss die Agentur in meiner Nähe sein?
Nicht zwingend, aber Nähe hilft, wenn Fotos vor Ort entstehen sollen oder Sie Wert auf persönliche Treffen legen. Wenn Ihnen das wichtig ist, sagen Sie es gleich am Anfang, dann fällt die Auswahl von selbst kleiner aus.
Was, wenn mir keine der Offerten zusagt?
Dann sagen Sie ab. Eine Offerte ist kein Vertrag, und eine Zusammenarbeit, die schon beim Angebot nicht stimmt, wird im Projekt nicht besser.