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Webagentur, Freelancer oder selbst bauen

Die Frage ist nicht, welcher Weg der beste ist, sondern welcher zu Ihrem Vorhaben, Ihrer Zeit und Ihrem Rahmen passt. Drei Betriebe mit demselben Budget entscheiden sich oft unterschiedlich, und alle drei liegen richtig.

Agentur finden · 4 Min. Lesezeit · Stand 17.10.2026

Drei Wege, und was sie wirklich unterscheidet

Der Unterschied liegt selten in der Technik. Dieselbe Website lässt sich mit einem Baukasten, mit WordPress oder von Hand gebaut umsetzen, und am Schluss sieht der Besucher keinen Unterschied. Was sich unterscheidet, ist, wie viel Arbeit bei Ihnen bleibt und wer einspringt, wenn etwas nicht funktioniert.

Welche Bauweise dahintersteht, ist eine eigene Frage. Sie ist im Beitrag Baukasten, WordPress oder individuell beantwortet. Hier geht es darum, wer die Arbeit macht.

Wann eine Agentur passt

Eine Agentur lohnt sich, wenn mehrere Gewerke zusammenkommen: Texte, Fotos, Gestaltung, Technik und danach die Pflege. Sie koordiniert das, und Sie haben eine Ansprechperson statt vier.

Dazu kommt ein Punkt, der erst nach dem Start zählt: Eine Agentur ist auch in zwei Jahren noch da, wenn jemand in den Ferien ist. Für einen Betrieb, dessen Anfragen über die Website kommen, ist das kein Nebenpunkt.

Eine Agentur passt also, wenn:

  • Sie wenig Zeit haben und Entscheidungen delegieren wollen,
  • Texte und Fotos erst entstehen müssen,
  • die Seite Funktionen braucht, die über Information hinausgehen (Buchung, Shop, Mehrsprachigkeit),
  • Sie nach dem Livegang eine feste Anlaufstelle wollen.

Wann ein Freelancer passt

Ein Freelancer ist näher am Projekt, meist schneller erreichbar und oft günstiger, weil weniger Struktur dahintersteht. Wenn Ihr Vorhaben überschaubar ist und Sie Inhalte liefern können, ist das häufig der direktere Weg.

Ein Freelancer passt, wenn:

  • der Umfang klar ist und sich nicht laufend ändert,
  • Sie Texte und Bilder schon haben oder selbst schreiben,
  • Sie bereit sind, das Projekt selbst zu führen,
  • Sie direkten Kontakt zur Person wollen, die wirklich baut.

Die Frage, die Sie dabei klären: Was passiert, wenn diese Person ausfällt oder die Tätigkeit aufgibt. Eine Antwort darauf gehört ins Gespräch, nicht in die Hoffnung.

Wann Sie es selbst machen können

Selbst bauen ist sinnvoll, wenn die Website vorerst eine Visitenkarte ist: wer Sie sind, was Sie tun, wie man Sie erreicht. Wenn Sie Freude daran haben und die Zeit dafür einplanen, kommen Sie damit weit.

Rechnen Sie ehrlich: Die Technik ist das kleinere Problem, die Inhalte sind das grössere. Texte, die Anfragen bringen, und Fotos vom eigenen Betrieb entstehen nicht nebenbei. Was dazugehört, steht im Beitrag Website-Texte, die Anfragen bringen.

Nicht selbst machen sollten Sie die Rechtstexte und die Pflege. Beides wird vergessen, und beides fällt später auf Sie zurück.

Was alle drei Wege leisten müssen

Unabhängig davon, wer baut, gilt dasselbe: Die Seite muss auf dem Handy funktionieren, schnell laden, ein Kontaktformular haben, das ankommt, und Impressum und Datenschutzerklärung enthalten. Domain, Hosting und Zugänge müssen auf Ihren Namen laufen, nicht auf den der Agentur oder des Freelancers. Das ist der Punkt, der bei einem Wechsel über Wochen entscheidet.

Entscheidungshilfe in vier Fragen

  1. Wie viel Zeit können Sie in den nächsten acht Wochen selbst aufwenden? Unter fünf Stunden im Monat: Agentur. Fünf bis fünfzehn: Freelancer. Mehr und mit Freude an der Sache: selbst.
  2. Haben Sie Texte und Fotos? Nein und sie sollen entstehen: Agentur. Ja oder Sie schreiben gern: beides möglich.
  3. Was passiert, wenn die Seite zwei Tage nicht erreichbar ist? Nichts: alle drei Wege. Anfragen bleiben aus: Agentur oder ein Freelancer mit klarer Vertretungsregel.
  4. Wie oft ändert sich Ihr Angebot? Selten: jeder Weg. Laufend: Sie brauchen jemanden, der schnell reagiert, oder eine Lösung, die Sie selbst pflegen können.

Was Sie in jedem Fall schriftlich brauchen

Egal ob Agentur, Freelancer oder Bekannter: Vier Punkte gehören vor dem Start auf Papier, und sie passen in eine E-Mail.

  1. Was entsteht: welche Seiten, welche Funktionen, in welcher Sprache.
  2. Wer liefert was bis wann: besonders Texte und Fotos, der häufigste Grund für Verzögerungen.
  3. Wem es gehört: Domain, Hosting, Zugänge, Inhalte und der fertige Entwurf, nach der Zahlung auf Ihren Namen.
  4. Was nach dem Start gilt: wer Updates macht, wer erreichbar ist, wenn die Seite steht, und zu welchen Bedingungen.

Fehlt Punkt 3, ist der Wechsel später teuer, selbst wenn alle im Guten auseinandergehen. Fehlt Punkt 4, haben Sie in zwei Jahren eine Website, die niemand pflegt. Was dazugehört, steht im Beitrag Website-Pflege.

Der Fehler, der allen drei Wegen gemeinsam ist

Der häufigste Fehler ist nicht die Wahl des falschen Wegs, sondern der Start ohne Ziel. «Wir brauchen eine neue Website» ist kein Ziel. «Wir wollen, dass Anfragen für Wartungsverträge über die Seite kommen statt nur über das Telefon» ist eines.

Mit einem Ziel wird aus der Frage Agentur oder Freelancer eine einfache: Wer kann das, was dieses Ziel verlangt, und wer belegt es glaubhaft. Ohne Ziel bleibt es eine Preisfrage, und Preisfragen führen bei Websites selten zu guten Entscheidungen.

Wenn Sie nicht selbst suchen wollen

Edelweiss vermittelt Ihr Vorhaben an eine Agentur, die dazu passt. Sie beschreiben Ihr Vorhaben in sechs Fragen, wir wählen aus und sagen Ihnen, warum. Passt keine, sagen wir das und geben nichts weiter. Für Sie kostenlos, bezahlt werden wir von den Agenturen. Sie können Ihr Vorhaben in sechs Fragen beschreiben.

Weitere Beiträge finden Sie in der Ratgeber-Übersicht.

Häufige Fragen

Ist ein Freelancer immer günstiger als eine Agentur?

Nicht automatisch. Ein erfahrener Freelancer mit klarem Verfahren kann teurer sein als eine kleine Agentur mit Standardablauf. Vergleichen Sie Leistung und Verfügbarkeit, nicht die Rechtsform.

Kann ich später von einem Weg auf den anderen wechseln?

Ja, wenn Domain, Hosting und Zugänge auf Ihren Namen laufen und Sie die Inhalte haben. Genau deshalb steht dieser Punkt in jedem guten Vertrag.

Was ist mit Bekannten, die «sowas auch machen»?

Das geht gut, solange die Sache klein bleibt und Sie beide dasselbe erwarten. Halten Sie trotzdem schriftlich fest, was entsteht, bis wann, und wem es gehört. Das schützt die Freundschaft mehr als das Projekt.