Webdesigner oder Webagentur: welcher Weg passt zu Ihrem Betrieb?
Webdesigner oder Webagentur, das entscheidet sich weniger an der Grösse des Anbieters als an Ihrem Vorhaben. Ein Freelancer passt zu einer klaren, überschaubaren Website, eine kleine Agentur zu einem Auftritt mit mehreren Beteiligten, eine grosse Agentur zu Projekten mit Schnittstellen, und ein Baukasten reicht, wenn Sie selbst Zeit und Freude daran haben.
Worum es bei der Wahl wirklich geht
Webdesigner oder Webagentur: Hinter dieser Frage steckt selten Technik. Die meisten Inhaber wollen vor allem eines, nämlich nach der Zusage ruhig schlafen. Sie möchten wissen, dass jemand den Auftrag versteht, dass Termine halten und dass am Ende eine Website steht, die man Kunden, Lieferanten und der eigenen Familie gern zeigt.
Diese Sicherheit hängt weniger davon ab, ob eine Person oder zwanzig Personen an Ihrer Website arbeiten. Sie hängt davon ab, ob der Anbieter zu Ihrem Vorhaben passt. Ein Treuhandbüro mit fünf Seiten und klaren Inhalten braucht etwas anderes als ein Hotel mit Buchung, drei Sprachen und einer Verbindung zur Zimmerverwaltung.
Deshalb lohnt es sich, zuerst das eigene Vorhaben zu beschreiben und erst dann Anbieter zu suchen. Drei Fragen genügen für den Anfang:
- Was muss die Website können? Informieren, Anfragen entgegennehmen, Termine buchen, verkaufen?
- Wer liefert Texte und Bilder, und wer pflegt die Seite danach?
- Wie viele Personen entscheiden bei Ihnen mit?
Mit diesen Antworten sehen Sie die vier Wege unten mit anderen Augen. Eine ausführliche Vorlage dafür finden Sie im Beitrag Website-Briefing.
Der Freelancer: eine Person, kurze Wege
Ein Webdesigner, der allein arbeitet, ist Ihr einziger Ansprechpartner von der ersten Skizze bis zur Aufschaltung. Sie erklären Ihr Anliegen einmal, und dieselbe Person setzt es um. Für viele kleine Betriebe ist genau das angenehm: Es gibt keine Übergaben, und die Entscheidungen fallen schnell.
Das passt gut, wenn
- die Website überschaubar ist, etwa eine Startseite, Leistungen, Über uns und Kontakt,
- Sie selbst rasch Rückmeldungen geben können,
- keine heiklen Schnittstellen nötig sind, zum Beispiel zu einer Warenwirtschaft.
Darauf sollten Sie achten
Eine Person kann krank werden, Ferien machen oder den Beruf wechseln. Fragen Sie deshalb, wer bei einem Ausfall einspringt und wo die Zugangsdaten liegen. Fragen Sie auch, welche Fachgebiete die Person selbst abdeckt und wofür sie andere beizieht. Gestaltung, Texte, Technik und Suchmaschinen sind vier verschiedene Handwerke, und wenige Menschen sind in allen gleich stark. Das ist kein Mangel, solange es offen gesagt wird.
Die kleine Agentur: ein Team in Reichweite
Eine kleine Webagentur besteht aus einem überschaubaren Team. Gestaltung, Programmierung und oft auch Texte liegen in verschiedenen Händen, aber im selben Haus. Für Sie bedeutet das: Es gibt eine feste Ansprechperson, und dahinter steht ein Team, das sich gegenseitig vertritt.
Das passt gut, wenn
- mehrere Personen in Ihrem Betrieb mitreden,
- die Website mehr können muss als informieren, etwa Termine buchen oder Inhalte in zwei Sprachen zeigen,
- Sie nach der Aufschaltung eine verlässliche Pflege wünschen.
Darauf sollten Sie achten
Klären Sie, wer Ihr Projekt tatsächlich bearbeitet. Wird ein Teil ausgelagert, ist das üblich, sollte aber vorher bekannt sein. Lassen Sie sich Arbeiten zeigen, die Ihrem Vorhaben ähnlich sind, und fragen Sie nach, wer daran beteiligt war.
Die grosse Agentur: Strukturen für grosse Vorhaben
Grosse Agenturen arbeiten mit festen Abläufen, Projektleitung, Fachleuten für jedes Teilgebiet und oft eigenen Abteilungen für Kampagnen oder Software. Diese Strukturen sind ein Vorteil, wenn Ihr Vorhaben sie braucht: viele Seiten, mehrere Märkte, Anbindungen an bestehende Systeme, strenge Freigaben in einer Geschäftsleitung.
Das passt gut, wenn
- Ihr Betrieb mehrere Standorte, Abteilungen oder Marken hat,
- die Website an Software angebunden werden muss,
- Sie interne Ressourcen haben, um ein grösseres Projekt zu begleiten.
Darauf sollten Sie achten
Ein kleiner Auftrag kann in einem grossen Haus leicht an den Rand rutschen. Fragen Sie, wie viel Zeit die Ansprechperson für Ihr Projekt einplant und wer Ihre Rückmeldungen bearbeitet. Achten Sie in der Offerte darauf, welche Leistungen enthalten sind und welche als Zusatz gelten. Wie Sie das sauber lesen, zeigt der Beitrag Offerte einer Webagentur prüfen.
Der Baukasten: selbst bauen mit fertigen Vorlagen
Ein Baukasten ist eine Plattform, auf der Sie die Website selbst im Browser zusammenstellen. Vorlagen, Hosting und Technik kommen vom Anbieter. Sie brauchen keine Programmierkenntnisse, aber Zeit, ein gutes Auge und die Bereitschaft, Texte selbst zu schreiben.
Das passt gut, wenn
- Sie am Anfang stehen und erst einmal online sein möchten,
- Ihnen das Gestalten Freude macht,
- die Website einfach bleibt und Sie Änderungen gern selbst machen.
Darauf sollten Sie achten
Die Website ist an die Plattform gebunden. Bei vielen Baukästen lässt sie sich nicht als Ganzes zu einem anderen Anbieter mitnehmen. Prüfen Sie vor dem Start, was Sie bei einem Wechsel mitnehmen können und auf wessen Namen die Domain läuft. Den Unterschied zu WordPress und zu einer individuell gebauten Website erklärt der Beitrag Baukasten, WordPress oder individuell.
Fragen, die Sie jedem Anbieter stellen sollten
Ob Freelancer, kleine oder grosse Agentur: Mit denselben Fragen lassen sich Antworten vergleichen. Stellen Sie sie im ersten Gespräch und bitten Sie um schriftliche Antworten in der Offerte.
- Wer arbeitet an meiner Website? Namen und Rollen, auch wenn ein Teil ausgelagert wird.
- Wer schreibt die Texte? Liefere ich sie, schreiben Sie sie, oder entstehen sie gemeinsam? Wie viel Aufwand kommt auf mich zu?
- Wie läuft die Abstimmung? Wann sehe ich einen ersten Entwurf, wie gebe ich Rückmeldungen, und was ist im Umfang enthalten?
- Was passiert, wenn mir der Entwurf nicht gefällt? Gibt es eine Überarbeitung, und wie ist sie geregelt?
- Wem gehören Domain, Inhalte und Zugänge? Am besten laufen Domain und Hosting auf Ihren Betrieb, und Sie erhalten alle Zugangsdaten.
- Wie wird die Website gepflegt? Kann ich selbst Texte ändern? Wer macht Sicherheitsupdates?
- Was passiert, wenn wir die Zusammenarbeit beenden? Kann ich die Website mitnehmen, und in welcher Form?
Die Antworten sagen oft mehr über einen Anbieter als jede Referenzliste. Wer bei Frage fünf ausweicht, verdient einen zweiten Blick. Weitere Kriterien für den Vergleich mehrerer Angebote finden Sie im Beitrag Webagentur vergleichen.
Wie Sie die Entscheidung treffen
Legen Sie Ihre drei Antworten vom Anfang neben die vier Wege. Ist die Website klein und haben Sie wenig Zeit, spricht viel für einen Freelancer oder eine kleine Agentur, die Texte mit Ihnen erarbeitet. Haben Sie Zeit und Lust, selbst zu gestalten, ist ein Baukasten ein ehrlicher Anfang. Wird es gross und verzweigt, gehört das Vorhaben in ein Haus mit entsprechenden Strukturen.
Und dann zählt das Gefühl im Gespräch: Hört Ihnen jemand zu, fragt nach und erklärt verständlich? Eine Website begleitet Sie über Jahre. Es lohnt sich, mit jemandem zu arbeiten, bei dem Sie gern nachfragen.
Sehen, bevor Sie entscheiden
Am leichtesten entscheidet es sich, wenn Sie etwas Konkretes vor sich haben. Edelweiss Webdesign, ein Angebot der Cavaler Media GmbH mit Sitz in Küssnacht am Rigi, erstellt Ihnen einen kostenlosen, unverbindlichen Entwurf Ihrer neuen Startseite. Die Texte entstehen aus einem Fragebogen, Sie müssen also nichts selbst schreiben. Wenn Sie sich danach für uns entscheiden, erhalten Sie den ersten Entwurf an Werktagen 48 Stunden nach der Anzahlung, und wir überarbeiten im vereinbarten Umfang, bis Ihnen die Website gefällt.
Häufige Fragen
Ist ein Webdesigner dasselbe wie eine Webagentur?
Nicht ganz. Mit Webdesigner ist meist eine Einzelperson gemeint, die gestaltet und oft auch umsetzt. Eine Webagentur ist ein Betrieb mit mehreren Personen und verteilten Rollen. Die Bezeichnungen sind nicht geschützt, deshalb lohnt sich die Frage, wer konkret an Ihrem Projekt arbeitet.
Ist ein Freelancer immer günstiger als eine Agentur?
Nicht zwingend. Der Aufwand hängt vor allem vom Umfang ab: Anzahl Seiten, Texte, Funktionen und Pflege. Vergleichen Sie deshalb Offerten mit demselben Umfang und achten Sie darauf, was enthalten ist.
Kann ich mit einem Baukasten starten und später wechseln?
Ja, aber meist mit einem Neubau. Viele Baukästen erlauben keinen vollständigen Umzug der Website zu einem anderen Anbieter. Texte und Bilder können Sie in der Regel mitnehmen, Gestaltung und Aufbau entstehen neu.
Muss der Anbieter in meiner Region sein?
Nein, vieles lässt sich per Telefon und Videogespräch klären. Hilfreich ist ein Anbieter, der die Schweizer Gepflogenheiten kennt, etwa beim Impressum, bei der Schreibweise und bei den Sprachen Ihrer Kundschaft.