Die richtigen Suchbegriffe für Ihr KMU finden, ohne teure Tools
Die besten Suchbegriffe stehen schon in den Anfragen Ihrer Kundschaft. Mit Google selbst und der kostenlosen Search Console verfeinern Sie die Liste ohne bezahlte Werkzeuge.
Bei den Worten Ihrer Kundschaft anfangen
Sammeln Sie die letzten 20 bis 30 Anfragen aus E-Mails, WhatsApp-Nachrichten, Offertanfragen und Telefonnotizen. Unterstreichen Sie, wie die Leute ihr Anliegen beschreiben, und nicht, wie Sie es nennen würden. Wer von «Heizung ersetzen» spricht, schreibt selten «Erneuerung der Wärmeerzeugungsanlage». Fachwörter, die in Ihrem Betrieb selbstverständlich sind, kennt die Kundschaft oft nicht.
Dazu kommt die Schweizer Färbung. Hier heisst es meist Schreiner, Coiffeur, Spengler, Velo und Offerte. Wer Texte aus Vorlagen anderer Länder übernimmt, trifft die Wörter der Kundschaft nicht immer. Notieren Sie darum auch, wie Ihre Kundschaft den Ort nennt: Gemeinde, Region oder Quartier.
Aus Leistung, Ort und Anlass werden Suchbegriffe
Die Grundformel lautet Leistung plus Ort, ergänzt um den Anlass oder das Problem. Ein Beispiel für einen Sanitärbetrieb im Kanton Zug zeigt, wie aus Anfragen eine Liste wird:
- Dringend: «Rohrbruch Zug», «Abfluss verstopft Zug». Wer so sucht, will sofort anrufen. Die Telefonnummer muss gut sichtbar sein.
- Planbar: «Badumbau Zug», «Boiler ersetzen». Diese Besucher vergleichen und brauchen Beispiele, einen Ablauf und ein Formular.
- Informierend: «wie lange hält ein Boiler», «Badumbau Ablauf». Hier lesen Menschen, die später Kunden werden können. Eine kurze Ratgeberseite passt.
Mit dieser Einteilung wissen Sie je Begriff, was die Seite leisten soll. Ein dringender Begriff verlangt einen anderen Aufbau als ein Begriff für die Planung.
Mit Google und der Search Console ergänzen
- Suchvorschläge. Tippen Sie den Anfang einer Suche ein und notieren Sie die Vorschläge, ohne die Suche abzuschicken. Das sind häufige Formulierungen.
- Ähnliche Fragen. Auf der Ergebnisseite erscheinen Fragen, die Menschen zum Thema stellen, und am Seitenende weitere Vorschläge. Beides sind Ideen für Zwischenüberschriften.
- Mitbewerber ansehen. Öffnen Sie die ersten fünf Treffer zu Ihrem Hauptbegriff. Welche Leistungen heben sie hervor, welche Wörter stehen in Titel und Überschriften? Kopieren Sie nichts, achten Sie aber auf Lücken.
- Search Console. Im Bericht «Leistung» sehen Sie unter «Suchanfragen», bei welchen Suchen Ihre Seite schon erscheint und angeklickt wird. Besonders interessant sind Begriffe mit vielen Impressionen und wenigen Klicks. Dort lohnt es sich, Titel und Text zu schärfen. Bei neuen Websites gibt es anfangs wenig Daten.
- Google-Unternehmensprofil. Die Leistungsübersicht zeigt Suchbegriffe, über die Menschen Ihr Profil gefunden haben.
- Google Trends. Das kostenlose Werkzeug vergleicht zwei Begriffe und zeigt Schwankungen über das Jahr, etwa bei saisonalen Leistungen.
Auswählen und einsetzen in sechs Schritten
- Schreiben Sie alle Begriffe in eine Liste von höchstens 30 Einträgen und notieren Sie je Begriff die Absicht (dringend, planbar, informierend).
- Ordnen Sie jede Leistung einer eigenen Seite zu. Eine Seite erhält einen Hauptbegriff und zwei oder drei Varianten. Zwei Seiten mit demselben Hauptbegriff konkurrieren miteinander.
- Setzen Sie den Hauptbegriff in Seitentitel, Hauptüberschrift und ersten Absatz. Beim Sanitärbetrieb aus dem Beispiel lautet der Seitentitel etwa «Badumbau in Zug und Umgebung» und die Hauptüberschrift «Badumbau vom ersten Plan bis zur Abnahme». Schreiben Sie für Menschen, denn Wiederholungen stören den Lesefluss.
- Verwenden Sie Varianten und Fragen in Zwischenüberschriften und Absätzen, und beantworten Sie jede Frage knapp und vollständig.
- Benennen Sie Bilder sinnvoll, mit Dateiname und Bildbeschreibung, wenn es zum Inhalt passt.
- Prüfen Sie nach einigen Wochen in der Search Console, ob die Seite Impressionen für den Begriff erhält, und passen Sie an. Wiederholen Sie die Runde alle sechs Monate.
Zwei Dinge lassen Sie besser sein. Häufen Sie keine Begriffe in Aufzählungen am Seitenende, denn Google zählt dieses Vollstopfen mit Suchbegriffen zu den unerwünschten Praktiken. Und wählen Sie keine Begriffe für Leistungen, die Sie nicht anbieten, denn Besucher mit einem anderen Anliegen rufen nicht an.
Wie schnell das wirkt, hängt von Konkurrenz und Region ab. Ein bestimmter Rang lässt sich nicht versprechen. Warum eine Seite trotzdem nicht erscheint, erklärt Bei Google nicht gefunden. Wie Texte aussehen, die Anfragen bringen, zeigt Website-Texte, die Anfragen bringen, und den Ortsbezug behandelt Lokale SEO in der Deutschschweiz. Alle Beiträge finden Sie in der Ratgeber-Übersicht.
Wie es weitergehen kann
Edelweiss vermittelt Ihr Vorhaben an eine Agentur, die dazu passt. Für Sie ist das kostenlos, bezahlt werden wir von den Agenturen. Sie können Ihr Vorhaben in sechs Fragen beschreiben.
Häufige Fragen
Brauche ich ein kostenpflichtiges Keyword-Tool?
Für ein KMU mit einer Handvoll Leistungen meist nicht. Kundensprache, Google-Vorschläge und die Search Console liefern, was Sie brauchen. Der Keyword-Planer von Google Ads ist mit einem Konto nutzbar, zeigt ohne laufende Werbung aber oft nur grobe Bereiche.
Wie viele Suchbegriffe gehören auf eine Seite?
Ein Hauptbegriff und wenige Varianten, die thematisch dazugehören. Schreiben Sie die Seite so, dass sie die Frage der Besucher vollständig beantwortet, und nicht so, dass jede Variante vorkommt.
Soll ich Mundart verwenden?
Geben Sie Mundart nur dort Raum, wo sie Ihren Ton trifft, etwa in einem Satz im Text. Für die Suchbegriffe nutzen Sie die Schreibweise, die Menschen eintippen, also Schriftsprache mit Schweizer Wörtern wie «Spengler» oder «Offerte».
Was, wenn niemand nach meiner Leistung sucht?
Dann suchen die Leute das Problem und nicht die Lösung. Fragen Sie sich, was Ihre Kundschaft vor dem Anruf eintippt, und beantworten Sie das auf Ihrer Website. Profil, Bewertungen und Empfehlungen tragen zusätzlich die Anfragen, die nicht über die Suche kommen.